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Northeim Zerstückelte Leiche in Lindau: Gibt es einen zweiten Täter?
Die Region Northeim Zerstückelte Leiche in Lindau: Gibt es einen zweiten Täter?
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19:28 12.03.2019
Das Gericht beschäftigt sich auch mit der Frage, ob eine weitere Person an dem Mordfall beteiligt ist. Quelle: dpa
Göttingen

War noch eine zweite Person an dem Mordfall in Lindau (Kreis Northeim) beteiligt? Diese Frage ist am Dienstag in Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Göttingen aufgetaucht. Seit Anfang Februar muss sich dort ein 28-jähriger Mann aus Landsberg am Lech verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Anfang Dezember 2017 an seinem damaligen Wohnort im südniedersächsischen Katlenburg-Lindau einen 37-jährigen Wohnungsnachbarn aus Mordlust getötet zu haben. Später habe er die Leiche zerstückelt und vergraben. Acht Monate lang blieb der Mord unentdeckt. Zeugenaussagen zufolge soll allerdings schon vor dem Fund der Leiche ein anderer Hausbewohner etwas über die Tat gewusst und erzählt haben.

Mieter mit Hang zum Okkultismus

Das Gericht hatte am Dienstag unter anderem einen Auszubildenden als Zeugen geladen, der ebenfalls in dem Mehrfamilienhaus wohnt und sowohl den Angeklagten als auch das Mordopfer kannte. Er habe zu beiden kaum Kontakt gehabt, berichtete er. Der Angeklagte sei dort als Hausmeister tätig gewesen. Das spätere Mordopfer habe er nur zweimal gesehen. Als im Dezember 2018 das Haus nach einem Schwelbrand in einer Wohnung kurzzeitig evakuiert wurde, sei der 37-Jährige trotz der kalten Temperaturen barfuß nach draußen gegangen. Zwei Tage später habe er ihn dann ein zweites und letztes Mal gesehen.

Teilweise seien die Hausbewohner recht merkwürdig und auffällig gewesen, meinte der Zeuge. Einer sei „ziemlich okkult“ gewesen, habe „viel verworrenes Zeug“ geredet und sich öfters mit einem anderen Bewohner über Seelen und Geister unterhalten, die im Haus herumspuken sollten. Dieser habe auch einen Versandhandel für okkulte Gegenstände betrieben. In einem Lagerraum im Keller habe er diverse Bilder in düsteren Farben gelagert, „viel schwarz und rot“. Seinem Eindruck nach war jener Nachbar mit dem Hang zum Okkultismus mit dem Angeklagten befreundet gewesen und hatte sich öfters in dessen Wohnung aufgehalten.

Gespräch bei Grillparty

Der Angeklagte, so erinnerte sich der Zeuge, sei dann im Januar 2018 aus dem Haus ausgezogen. Im Januar sei ihm auch erstmals aufgefallen, dass er den 37-Jährigen schon lange nicht mehr gesehen hatte. Sowohl er als auch andere Nachbarn hätten gedacht, dass dieser möglicherweise auf Entzug sei und irgendwann wiederkommen werde.

Einige Monate später, im Juni 2018, kam bei einer Grillparty im Vorgarten des Hauses irgendwann das Gespräch auf das Verschwinden des 37-Jährigen. Ein bereits stark angetrunkener Mitbewohner habe damals gesagt, dass er wisse, was mit diesem passiert sei, berichtete der Zeuge. Der Nachbar habe erklärt, dass der 37-Jährige umgebracht und rund 300 Meter entfernt vergraben worden sei. Er habe zudem gesagt, dass daran zwei Leute beteiligt gewesen seien und er auch die Stelle zeigen könne, wo die Leiche vergraben worden sei.

Zeuge möchte umziehen

Sie hätten ihn dann immer wieder nach weiteren Einzelheiten gefragt, berichtete der Auszubildende. Der Mitbewohner habe aber nichts weiter dazu sagen wollen. Da dieser betrunken gewesen sei, habe er ihm die ganze Geschichte nicht geglaubt. Als er ihn zwei Tage später in nüchternem Zustand noch einmal darauf angesprochen habe, habe dieser sich gar nicht mehr dazu äußern wollen. Einige Wochen später habe er dann in der Zeitung gelesen, dass in der Nähe des Hauses eine Leiche ausgegraben worden war. „Ach, du Scheiße!“, habe er gedacht. Im Nachhinein finde er es auffällig, dass einige Monate zuvor mehrere Bewohner fast zur gleichen Zeit das Haus verlassen hätten. Auch der Nachbar mit dem Hang zum Okkultismus sei damals ausgezogen. Er selbst würde auch am liebsten möglichst bald in eine andere Wohnung ziehen.

Von Heidi Niemann

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