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Northeim Starkregen überflutet Straßen in Bad Gandersheim
Die Region Northeim Starkregen überflutet Straßen in Bad Gandersheim
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12:30 30.05.2018
Die Überflutungen in Bad Gandersheim haben nach Angaben der Polizei vermutlich Sachschaden in Millionenhöhe verursacht. Quelle: Kreisfeuerwehrverband Northeim
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Bad Gandersheim

„Alles, was verfügbar ist, ist im Einsatz“, sagte ein Sprecher der Polizei Northeim am Abend. Starke und langanhaltende Regenfälle fluteten am späten Dienstagnachmittag ganze Dörfer bis hin zu Teilen des Bad Gandersheimer Kurgebiets. Gegen 16 Uhr habe der Regen zunächst über dem Dorf Gehrenrode eingesetzt. Eine solche Intensität hätten „viele Bewohner und Einsatzkräfte so zuvor noch nicht erlebt“, so die Polizei. Binnen kürzester Zeit hätten sich ganze Straßenzüge in reißende Flüsse verwandelt, Fahrbahnen seien unterspült und Keller mit Wasser und Schlamm geflutet worden. Besonders betroffen seien die Ortsteile Gremsheim und Altgandersheim gewesen, in denen einige Häuser für unbewohnbar erklärt wurden. Im Kurgebiet Bad Gandersheims habe die Feuerwehr durch beherztes Einschreiten verhindert, dass Wasser in die Technikräume des angrenzenden Hallen- und Freibades einringen konnte.

Überflutete Straße in Bad Gandersheim Quelle: Kreisfeuerwehrverband Northeim

Probleme habe es auch mit der Stromversorgung gegeben. In Altganderheim mussten Trafostationen abgestellt werden, weil sie laut Polizei „zu rauchen anfingen“. Etliche Gemeinde-, Kreis- und Landstraßen mussten vorübergehend für den Verkehr gesperrt werden. Ein bäuerlicher Betrieb sei mit Notstrom versorgt worden, um dem Landwirt das Melken seiner Kühe zu ermöglichen.

Auch im Bahnverkehr kam es zu Behinderungen: Auf der Schnellbahnstrecke Göttingen-Hannover sei zwischen Gehrenrode und Lamspringe ein ICE gestrandet, nachdem er einen umgestürzten Baum touchiert hatte. Die Fahrgäste mussten laut Polizei in einen Ersatzzug umsteigen.

Schäden in Millionenhöhe

Anwohner in und um Bad Gandersheim unterstützten sich laut Polizei gegenseitig und errichteten Sandsackbarrikaden. Gegen 23 Uhr sei ein Sinken der Pegelstände absehbar gewesen. Die mehr als 200 Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren seien vom THW, DRK und überregionalen Wehren aus Northeim und Göttingen unterstützt worden. Sie waren laut Polizei bis weit in die Nacht im Einsatz. Der Bauhhof der Stadt habe für Absperrmaterial und die Auslieferung von Sandsäcken gesorgt. Die Aufräumarbeiten begannen bereits am frühen Mittwochmorgen und dauern an. Die Überflutungen haben nach Angaben der Polizei vermutlich Sachschaden in Millionenhöhe verursacht.

So haben Leser das Unwetter in der Region erlebt:

Diese Fotos vom nahenden Gewitter haben uns Leser zukommen lassen.

Wenige Regentropfen bei den einen, vollgelaufene Keller bei den anderen – in der Region haben Menschen das Unwetter ganz unterschiedlich erlebt. Im Landkreis Göttingen hinterließ das Gewitter vielerorts kaum Spuren. Einzig in Hann. Münden und Gimte sei die Feuerwehr am Mittwochabend knapp drei Stunden im Dauereinsatz gewesen, teilte der Leiter der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Thorsten Rath mit.

Wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume seien Einsatzkräfte der Feuerwehren Hann. Münden und Gimte am Abend 24 Mal ausgerückt, so Stadtbrandmeister Dieter Röthig. „Im Gimte war durch den Hagel alles weiß“, berichtet er. Der Niederschlag habe gerademal 15 Minuten gedauert, die Auswirkungen aber deutlich sicht- und spürbar gewesen. „Dennoch haben wir im Landkreis noch Glück gehabt“, sagt Röthig. Gegen Mitternacht hätten die rund 50 Kameraden ihren Einsatz beenden können.

Von Verena Schulz / mit dpa

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