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Northeim Tatmesser auf einer Mülldeponie entsorgt?
Die Region Northeim Tatmesser auf einer Mülldeponie entsorgt?
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17:00 06.04.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen/Hardegsen

Zeugenaussagen zufolge soll ein 28-jähriger Freund des Angeklagten geäußert haben, dass der 29-Jährige nach der Tat das Messer bei ihm vorbeigebracht und er es dann auf einer Mülldeponie entsorgt habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte kürzlich aufgrund der Zeugenangaben gegen den 28-Jährigen, der bei einem Müllentsorgungsunternehmen arbeitet, ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung eingeleitet. Der 28-Jährige war trotzdem bereit, vor Gericht auszusagen. Er gab an, dass ihn der Angeklagte am Tattag besucht und ihm erzählt habe, dass sich seine Freundin von ihm getrennt habe. Abends habe der Angeklagte noch einmal angerufen und sich nochmals mit ihm treffen wollen. Dies habe er jedoch abgelehnt.

Auf der Mülldeponie entsorgt

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-jährigen Angeklagten vor, abends gegen 22.15 Uhr seiner Ex-Freundin in Hardegsen aufgelauert und im Verlauf eines Streits achtmal auf sie eingestochen zu haben. Sie erlag noch in der Nacht im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Die Polizei hatte damals trotz intensiver Suche keine Tatwaffe gefunden. Mitte März meldete sich ein 22-jähriger Bekannter bei einem Bruder der Getöteten und gab an, etwas über den Täter und die Tatwaffe zu wissen. Er habe sich bei dem Bruder gemeldet, weil ihn das schlechte Gewissen geplagt habe, sagte der 22-Jährige in seiner Zeugenvernehmung. Er habe Dinge erfahren, „die ich einfach los werden musste“. Seine Ex-Freundin habe ihm bereits im vergangenen Oktober davon berichtet, dass der 28-Jährige ihr erzählt habe, dass der Angeklagte mit dem Tatmesser zu ihm gekommen sei und dieses auf der Mülldeponie habe verschwinden lassen. Auf die Frage, warum sie nicht zur Polizei gehe, habe seine Ex-Freundin gesagt, dass der 28-Jährige damit gedroht habe, „dass ihr dann was passiert“. Sie sei dabei „echt panisch“ gewesen, habe „tierisch gezittert“ und ihn dringend gebeten, niemandem etwas davon zu erzählen.

Nie Zweifel an der Geschichte

Vor etwa einem Monat habe ihm dann eine Bekannte berichtet, dass sie von der Schwester seiner Ex-Freundin die gleiche Geschichte gehört habe, sagte der 22-Jährige. Die Schwester habe ihr erzählt, dass ihr 28-jähriger Ex-Freund selbst gesagt habe, dass die Tatwaffe auf der Mülldeponie entsorgt worden sei. Nachdem er diese Geschichte nun auch von einer zweiten Person gehört habe, habe er sich entschlossen, den Bruder der Getöteten zu kontaktieren, sagte der 22-Jährige. Er habe nie Zweifel an der Geschichte gehabt. Der 28-Jährige sei eng mit dem Angeklagten befreundet und werde unter Alkoholeinfluss „echt aggressiv“.

Der 28-Jährige bestritt, Drohungen gegenüber der Ex-Freundin des 22-Jährigen ausgestoßen zu haben, räumte aber ein, dass er in alkoholisiertem Zustand leicht aufbrausend werde. Außerdem bestätigte er, dass er im Auftrag des Angeklagten einmal einer Frau nachspioniert habe, mit der dieser eine Affäre hatte. Sein eifersüchtiger Freund habe wissen wollen, ob sich die verheiratete Frau noch mit einem weiteren Mann treffe. nie

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