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Northeim Auslieferungsfahrer soll 2400 Euro Schadensersatz zahlen
Die Region Northeim Auslieferungsfahrer soll 2400 Euro Schadensersatz zahlen
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17:01 07.05.2018
Quelle: dpa
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Northeim

Das Gericht war aufgrund von Zeugenaussagen und eines Sachverständigengutachtens davon überzeugt, dass der beklagte Autofahrer den Unfall verursacht hatte und somit auch für den Schaden aufkommen muss.

Der Unfall hatte sich im Juni 2016 ereignet. Der 18-jährige Kläger war mit zwei Mitfahrern auf dem Heimweg von der Schule gewesen, als ihm hinter einer Linkskurve plötzlich ein Auto auf seiner Fahrbahn entgegenkam. Beim Versuch, dem Auto auszuweichen, verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Pkw prallte gegen einen Baum und kam auf einem Feld zum Stehen. Der 17-jährige Beifahrer wurde dabei schwer verletzt, der 18-jährige Fahrer und ein weiterer 17-jähriger Insasse erlitten leichte Verletzungen. Am Pkw entstand Totalschaden.

Der andere Autofahrer war ohne anzuhalten weitergefahren. Bei der Suche nach dem Unfallflüchtigen geriet ein Auslieferungs- und Abholfahrer eines Dentallabors ins Visier der Polizei. Dieser war an dem Nachmittag mit einem Leihfahrzeug einer Firma in Moringen in Richtung Northeim unterwegs gewesen. Der Fahrer bestritt, zur fraglichen Zeit an dem Unfallort gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn im Rahmen ihrer Ermittlungen als Beschuldigten geführt, das Verfahren dann aber eingestellt, da kein hinreichend gesicherter Tatverdacht bestehe.

In dem Zivilverfahren kam das Amtsgericht Northeim zu einem anderen Schluss. In dem Urteil verwies der Richter darauf, dass das Gericht „unter Berücksichtigung des gesamten Inhaltes der Verhandlungen und des Ergebnisses der Beweisaufnahme nach freier Überzeugung zu entscheiden“ habe, ob eine tatsächliche Behauptung für wahr oder unwahr zu erachten sei. Nach den Vorgaben des Bundesgerichtshofs genüge dabei „ein nach der Lebenserfahrung ausreichendes Maß an Sicherheit, demgegenüber vernünftige und nicht bloß auf den theoretischen Möglichkeiten begründete Zweifel nicht mehr aufkommen“.

Das Gericht hatte zum einen deshalb keine begründeten Zweifel daran, dass der Fahrer des Dentallabors den Unfall verursacht hatte, weil es die Angaben der drei verletzten Pkw-Insassen für glaubhaft hielt. Der 18-jährige Kläger hatte ausgesagt, dass das entgegenkommende Auto zu der Firma in Moringen gehöre. Das Auto sei ihm bekannt, da er in unmittelbarer Nähe des Betriebs wohne. Der schwerverletzte Beifahrer, der unter anderem einen Milzriss erlitten hatte, hatte schon am Unfallort ausgesagt, dass es ein Auto der Moringer Firma gewesen sei. Er sei sich auch deshalb sicher, da ihm entsprechende Aufkleber auf dem Pkw aufgefallen seien. Der dritte Insasse hatte eigenen Angaben zufolge ebenfalls das Auto erkannt.

Um den Fall zu klären, hatte das Gericht auch ein Gutachten eingeholt. Der Sachverständige kam nach diversen Fahrzeitberechnungen und eigenen Testfahrten zu dem Schluss, dass nicht auszuschließen sei, dass der Auslieferungsfahrer den Unfall verursacht habe. Der beklagte Fahrer habe die Unfallstelle in dem Zeitraum passiert, in dem sich der Unfall ereignet habe.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Nach Angaben eines Justizsprechers hat der Auslieferungsfahrer dagegen Berufung eingelegt.

Von Heidi Niemann

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