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Northeim Planentwurf weist „Sondergebiete Wind“ aus
Die Region Northeim Planentwurf weist „Sondergebiete Wind“ aus
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00:19 23.10.2017
In Lichtenborn ersetzt ein in diesem Jahr errichtetes, 200 Meter hohes Windrad drei halb so hohe Anlagen. Quelle: Christina Hinzmann
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Hardegsen

Weil der Landkreis Northeim die Bauleitplanung zur Steuerung der Windenergie den Gemeinden überlasse, handhaben nach Auskunft von Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser die Kommunen das auf ganz unterschiedliche Weise. Die Stadt Hardegsen habe daher die Planung selbst in die Hand genommen, um zu vermeiden, dass Investoren an Standorten Anlagen beantragen, wo diese nicht gewünscht sind.

Michael Keller vom Planungsbüro Keller aus Hannover erläuterte nun den Ausschussmitgliedern und Zuhörern, wie es zu den im Änderungsentwurf des Flächennutzungplans (F-Plan) kommt, der nun in einer frühzeitigen Beteiligung Bürgern und Trägern öffentlicher Belange vorgestellt werden soll. Davon erhoffe man sich Hinweise, die möglicherweise noch nicht berücksichtigt worden seien, versicherte Keller. Den Mitgliedern der Bürgerinitiative Moringer Becken, welche die Sitzung verfolgten, erklärte der Planer, dass zum Beispiel Fragen zu Infraschall-Emissionen in der Flächennutzungsplanung keine Rolle spielen, sondern erst bei Genehmigung konkreter Anlagen untersucht würden. Auch beinhalte die F-Planung keine detaillierte Untersuchungen zu Schlaf- und Sammelplätzen geschützter Vögel, wenngleich ein Investor eine solche auf eigene Rechnung in Auftrag gegeben habe, wie der Gerd Brunken vom Büro Corax aus Göttingen ergänzte. Dieses hat für die Stadt Hardegsen eine avifaunistische Untersuchung zu Vogel-Vorkommen erstellt.

„Negativplanung“ schließt Flächen aus

Im Gegensatz zur Planung von Baugebieten, wo die Kommune festlege, wo gebaut werden dürfe, werde bei der geplanten Ausweisung von „Sondergebieten Wind“ eine „Negativplanung“ betreiben. Das bedeute, so erklärte Keller, es würden die Gebiete ausgeschlossen, wo keine Windenergieanlagen möglich sein sollen. Anhand einer Präsentation, ausgehend von einer Karte des Stadtgebietes Hardegsen, zeigte Keller, wie es zu den zwei verbliebenen Konzentrationsflächen kommt. Dabei spielten harte und weiche Ausschlusskriterien hinein – etwa die vom Rat beschlossene Abstandsvorgabe von grundsätzlich 1000 Metern zu jeglicher Bebauung oder aber Waldflächen, Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiete.

Unterm Strich bleiben laut Planentwurf im Stadtgebiet Hardegsen nur eine 62,71 Hektar große Fläche nördlich von Hevensen und eine 8,93 Hektar große Fläche südöstlich von Gladebeck übrig. Beim Gelände bei Gladebeck gebe es die Besonderheit, dass sie derzeit noch im Landschaftsschutzgebiet liege. Laut Keller habe aber der Landkreis signalisiert, dass das Schutzgebiet aufgehoben werden solle.

Fläche Lichtenborn hat nur Bestandsschutz

Die Bestandsfläche bei Lichtenborn, wo in diesem Jahr drei ältere, 100 Meter hohe Windräder durch eine 200 Meter hohe Anlage ersetzt wurden, habe Bestandsschutz, erklärte Keller. Aber sie könne heute aufgrund geänderter Kriterien nicht mehr als Vorrangfläche ausgewiesen werden. Eine Fläche bei Asche scheidet den Ausführungen des Planers zufolge, aus naturschutzrechtlichen Gründen aus, und eine bei Hettensen sei zu klein, um auf ihr mehr als zwei Windräder zu konzentrieren.

Von Britta Eichner-Ramm

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