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Osterode Feuerwehren proben Ernstfall in Osterode
Die Region Osterode Feuerwehren proben Ernstfall in Osterode
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17:39 21.10.2018
Die Einsatzkräfte müssen bei der ganztägigen Großübung mit verschiedenen Gefahren-Szenarien zurechtkommen. Quelle: Markus Riese
Osterode / Landkreise

Zwölf Feuerwehr-Einheiten aus den Landkreisen Göttingen, Northeim, Holzminden, Hildesheim, Goslar und Hameln-Pyrmont haben am Sonnabend gleich mehrere Ernstfälle geprobt.

Viele Feuerwehren aus Südniedersachsen im Einsatz

Im Osteroder Gewerbegebiet Leege waren diverse Gefahren-Szenarien simuliert worden, bei denen neben den Ortsfeuerwehren aus Osterode und Schwiegershausen auch der „Fachzug Gefahrgut Nord“ der Umweltfeuerwehr Göttingen, die Umweltfeuerwehr FB 4 des Landkreises Northeim, der Gefahrgutzug des Landkreises Goslar sowie Gefahrguteinheiten aus den Kreisen Hildesheim, Holzminden und Hameln-Pyrmont zum Einsatz kamen. Außerdem waren die Technische Einsatzleitung des Landkreises Göttingen und Versorgungszüge aus Harste, Lasfelde und Hameln vor Ort. Allein die drei Versorgungszüge, die in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Lasfelde für die Verpflegung der Kameraden sorgten und jeweils 550 Portionen Frühstück und Mittagessen zubereiteten, waren mit etwa 35 Einsatzkräften präsent; insgesamt haben zwischen 450 und 500 Feuerwehrleute an der Übung teilgenommen. Auch das Technische Hilfswerk Osterode beteiligte sich, ebenso das Deutsche Rote Kreuz aus Bad Lauterberg und Osterode und der Arbeiter-Samariter-Bund Northeim/Osterode (Ortsverband Bad Lauterberg).

Gefahrstoff- und Umweltschutzeinheiten aus ganz Südniedersachsen proben in einem Gewerbegebiet in Osterode den Ernstfall – oder besser gesagt: gleich mehrere Ernstfälle nacheinander.

Als Übungsobjekte dienten zwei ortsansässige Gewerbebetriebe, wie Markus Herzberg, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Göttingen, bei einer Pressekonferenz am späten Vormittag erläuterte. Bei dieser standen auch Kreisbrandmeister Volker Keilholz („Es gibt keine Kreisgrenzen mehr bei solchen Lagen“), Landesfeuerwehrverbands-Präsident Karl-Heinz Banse sowie die örtlichen Ansprechpartner Christian Wille (Stadtbrandmeister Osterode), Thorsten Hardt (Leiter der Technischen Einsatzleitung), Ingo Wiegmann (Umweltfeuerwehr Göttingen) und Albert Sasse (Abschnittsleiter Göttingen/Mitte) Rede und Antwort. Sasse hatte vor weit über einem Jahr die Idee zu der Übung gehabt; Wiegmann zeichnete wesentlich für die Vorbereitungen der einzelnen Szenarien verantwortlich. Und diese hatten es in sich: Von der Leckage einer Salzsäureleitung über Rauchentwicklung durch feuchten Abfall bis hin zur Kontamination eines Kameraden durch Ammoniak und ein Leck an einem sogenannten IBC-Behälter (Intermediate Bulk Container, ein 1000-Liter-Gebinde in einem Drahtgestell, das auf einer Palette steht) stellten sich die Einsatzkräfte immer wieder neuen Herausforderungen.

Erst ein Todesfall, dann Schadstoffaustritt

Als Ausgangslage war am frühen Sonnabendmorgen aufgrund einer vorherrschenden Sturmlage ein Unglücksfall vorgegeben worden: Die Feuerwehr Osterode wurde gegen 6.30 Uhr zu einem Einsatz gerufen, der knapp mit „Person unter Container“ beschrieben war. Während der Arbeiten an der Einsatzstelle – simuliert wurde hier übrigens ein Todesfall – kam es dann zur Auslösung der Brandmeldeanlage eines benachbarten Betriebes. Bei der Kontrolle wurde ein Schadstoffaustritt festgestellt – und so nahmen die Gefahrenlagen immer weiter ihren Lauf.

Videoclip: Eindrücke von der Großübung

„In der Folge kam es dann auch zu Umfeldmessungen nach Schadstoffen im Stadtgebiet von Osterode“, erklärte Herzberg. So sei beispielsweise ein Schlauchboot eingesetzt worden, um auf dem nicht weit entfernten Kaiserteich Wasserproben zu entnehmen. Auch in den angrenzenden Wohngebieten und Einkaufszentren seien Messungen erfolgt.

Drohneneinsatz gut, Logistik problematisch

Thomas Riedel, Ortsbrandmeister von Osterode und Einsatzleiter der Übung, lobte den Einsatz von Aufklärungsdrohnen, die von der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Göttingen und von der Ortsfeuerwehr Rollshausen bereitgestellt worden waren: „Das hat uns ermöglicht, Lagen zu erkunden, ohne Einsatzkräfte in Gefahr zu bringen“, zeigte er sich zufrieden. Weniger gefallen hat ihm die Logistik bei den Übergaben von einer Einheit an die nächste: „Aufgrund der Gegebenheiten mussten wir immer erst eine Einheit komplett abziehen lassen, bevor die nächste auf das Gelände fahren konnte. In der Zwischenzeit fehlten dann Einsatzkräfte vor Ort“, beschrieb er seine Erkenntnisse. Diese waren insofern wertvoll, als dass die koordinierten Übergaben an nachrückende Einheiten sowie die Zusammenarbeit verschiedener Einsatzzüge zu den wichtigsten Zielen der Übung gehörten. Die angekündigten Verkehrsbehinderungen blieben übrigens aus – bis auf wenige Einschränkungen.

„Zusammenarbeit so nur in Südniedersachsen“

Banse zeigte sich schon während der Pressekonferenz zufrieden: „Diese intensive Zusammenarbeit gibt es so nur in Südniedersachsen“, betonte der Verbandspräsident. Das Land Niedersachsen habe sich an den Kosten beteiligt, was bei solchen Übungen nicht üblich sei. „Das alles erfordert viel Planung und Aufwand, kostet viel Geld, und es sind ja auch nicht nur Gefahrgut-Feuerwehrleute im Einsatz“, so der Regierungsbrandmeister.

Von Markus Riese

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