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Osterode „Wir sind noch jung, aber wir können das trotzdem“
Die Region Osterode „Wir sind noch jung, aber wir können das trotzdem“
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00:17 06.09.2017
JuFe-Festival in Pöhlde Quelle: Arne Bänsch
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Pöhlde

Wo sich sonst vor der malerischen Kulisse des Vorharzes die Pöhlder Schützen versammeln, erschallten am Sonnabend punkige Gitarrenriffs: „Von uns hängt sich kein Teenie ein Poster an die Wand“ sangen „Minuspol“ aus Osterode. Und dem teilweise Zahnspangen-tragenden Publikum gefiel es so gut, dass der Sicherheitsdienst die Band später von minderjährigen Autogramm-Jägern abschirmen musste. „Gute Bands, gute Laune“, hörte man von diesen und anderen Besuchern am Abend öfter.

„Richtiges Festivalfeeling“ urteilte auch Diana aus Osterode. Die 16-Jährige gehört zum insgesamt 30-köpfigen Vorbereitungsteam. Zusammen mit dem 17-Jährigen Shon aus Walkenried hat sie sich um die Öffentlichkeitsarbeit für das Festival gekümmert: Website, Plakate, Facebook-Auftritt: „Das haben wir alles selber designed“, erzählt er.

Gleiches galt den beiden zufolge auch für den Rest des Festivals: Die Zusammenstellung des Lineups, die Buchung von Bands und Sicherheitsdienst ebenso wie die Organisation des Rahmenprogramms mit einer Riesenschaukel, einer kleinen Bullridinganlage und weitere Spielangebote hatten die 13- bis 18-Jährigen organisiert.

Nur die „extrem vielen Formulare“ hätten dabei genervt, erzählen mehrere Mitglieder des Organisationsteams. Auch deshalb bekamen sie Unterstützung von hiesigen Kulturschaffenden, vor allem in Gestalt von Sascha Pelzel. Der Musiker und Mitarbeiter des Göttinger Rockbüros hat den Prozess von der Idee bis zum Festival begleitet, betont aber: „Ich habe den Jugendlichen nicht reingeredet“.

Jugendliche organisieren Festival für Jugendliche in Pöhlde.

Die Idee zum Festival kam allerdings nicht vom Nachwuchs, sondern von Jugendpflegern aus Städten und Gemeinden im Landkreis: Dessen formale Fusion habe zwar stattgefunden, „aber in ganz vielen Bereichen noch nicht“, findet Silke Mursal-Dicty, Jugendpflegerin aus Bad-Sachsa. Für die Kreisjugendpflege war das Festival deshalb auch ein Ansatz, dem Nachwuchs aus dem ganzen Landkreis ein gemeinsames Projekt zu geben. Und tatsächlich haben die sechs Monate Vorbereitung die Jugendlichen zusammengeschweißt: Freundschaften sind entstanden, Pärchen haben sich gefunden. „Wir haben ziemlich viel gelacht und sind zusammengewachsen“, erzählt die 16-jährige Lea.

Sie hat dabei ein Glänzen in den Augen, wie man es bei den Jugendlichen aus dem Vorbereitungsteam am Abend öfter findet: Auch wenn der Regen vielleicht den ein oder anderen Gast fernhielt, etwa 500 Gäste hat das kostenlose Festival angezogen. „Wir sind noch jung, aber wir können das trotzdem“, sagt Diana deshalb voller Überzeugung.

Und auch der Ortsbürgermeister des sonst eher beschaulichen Pöhldes ist begeistert: „Hut ab“, sagt Ulrich Müller (CDU). Wie auch die Bands aus ganz Deutschland ist er nicht zuletzt von der Professionalität des Festivalteams beeindruckt, sagt „die sind sich ihrer Verantwortung bewusst“. Vor allem aber gelte: „Mensch, hier passiert was“, auch wenn er selber als Karnevalist andere Veranstaltungen bevorzuge.

Von Christoph Höland

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