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Osterode Mann überfällt zweimal dieselbe Tankstelle: Haft
Die Region Osterode Mann überfällt zweimal dieselbe Tankstelle: Haft
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00:19 01.10.2017
Die Staatsanwaltschaft hatte den 46-Jährigen noch wegen eines weiteren versuchten Überfalls angeklagt. Quelle: dpa
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Göttingen/Osterode

Die Kammer befand den Angeklagten der besonders schweren räuberischen Erpressung für schuldig. Außerdem ordneten die Richter die Einziehung von 900 Euro an. So viel hatte der Angeklagten insgesamt bei seinen Überfällen erbeutet.

Der 46-Jährige hatte am ersten und am letzten Apriltag dieses Jahres vermummt und mit einem Messer bewaffnet abends eine Tankstelle in Osterode betreten. Beim ersten Mal befand sich eine Mitarbeiterin allein im Verkaufsraum, beim zweiten Mal der Stationsleiter. Der jeweils mit einer schwarzen Mütze und einem schwarzen Schal maskierte Angeklagte bedrohte sie mit einem Messer, hielt ihnen eine Plastiktüte entgegen und forderte sie zur Herausgabe des Bargeldes auf. Nachdem die Mitarbeiter die Geldscheine aus der Kasse in die Plastiktüte verstaut hatten, flüchtete er zu Fuß.

Die Staatsanwaltschaft hatte den 46-Jährigen noch wegen eines weiteren versuchten Überfalls angeklagt. Dieses Verfahren wurde eingestellt. Laut Anklage hatte der 46-Jährige einen dritten Raubüberfall geplant und sich dazu im Mai erneut mit einem Messer bewaffnet auf das videoüberwachte Tankstellengelände begeben. Dort stellte er jedoch fest, dass die Tür zum Verkaufsraum bereits geschlossen war, und zog ohne Beute von dannen. Wenig später nahm ihn die Polizei auf dem Nachhauseweg fest. Seitdem sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Angeklagter weitgehend geständig

Der Angeklagte zeigte sich weitgehend geständig, bestritt aber, dem Tankstellenpersonal das Messer vorgehalten zu haben. Er habe das Messer im Ärmel versteckt gehabt, um sich „daran festzuhalten“. Diese Version nahm ihm aber weder die Staatsanwaltschaft noch das Gericht ab. Als Tatmotiv gab der 46-Jährige an, dass er in Geldnöten gewesen sei. Er habe einige Monate zuvor seinen Job gekündigt, weil der Lohn zu unregelmäßig gezahlt worden sei. Da er aufgrund seiner Eigenkündigung zunächst keine Sozialleistungen bekommen habe und sich habe Geld leihen müssen, sei er irgendwann auf die „blöde Idee“ gekommen, die Tankstelle zu überfallen. Er habe die Station ausgewählt, weil der Standort etwas abgelegen sei. Dass sich die Tankstelle indes auch in unmittelbarer Nähe der Polizei befindet, darüber hatte er sich keine Gedanken gemacht. Zunächst konnten die Fahnder den Tankstellenüberfall auch nicht aufklären. „Weil es beim ersten Mal so gut lief, habe ich es dann noch mal gemacht“, sagte der Angeklagte.

Staatsanwaltschaft forderte sieben Jahre Haft

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren gefordert hatte. Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten vor, dass er seine Notlage selbst verschuldet habe. Dass er die Überfälle ausgerechnet zu einem Zeitpunkt begangen habe, als ihm gerade Leistungen von Sozialamt überwiesen worden seien, sei nicht nachvollziehbar. Erschwerend sei zudem, dass die Opfer erheblich unter den Folgen der Taten zu leiden hätten. Die Verteidigung bewertete die Überfälle dagegen als minder schweren Fall und plädierte auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte.

Das Gericht verwies ebenfalls auf die gravierenden psychischen Folgen für die Opfer, die auch bei den Zeugenvernehmungen deutlich wurden. Als die Tankstellenmitarbeiterin vor Gericht den Überfall schilderte, brach sie in Tränen aus. Auf der anderen Seite hielt die Kammer dem Angeklagten zugute, dass er keine Vorstrafen hat und frühzeitig ein Geständnis abgelegt hatte.

Von Heidi Niemann

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