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Osterode Muttermord in Herzberg: Angeklagter erzählte Nachbarn Lügen
Die Region Osterode Muttermord in Herzberg: Angeklagter erzählte Nachbarn Lügen
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17:05 28.12.2018
Im Prozess um den Mord an einer 74-jährigen Frau in Herzberg hat das Landgericht Göttingen am Freitag eine Nachbarin als Zeugin vernommen. Quelle: dpa
Göttingen/Herzberg

Im Prozess um den Mord an einer 74-jährigen Frau in Herzberg hat das Landgericht Göttingen am Freitag eine Nachbarin als Zeugin vernommen. Die 32-Jährige war Anfang des Jahres mit ihrem Ehemann in das Nachbarhaus eingezogen. Anfang März habe der Sohn der 74-Jährigen bei ihnen geklingelt, sich vorgestellt und mitgeteilt, dass das Haus seiner Eltern demnächst über einen Makler zum Verkauf stünde, berichtete die Zeugin. Außerdem habe der 47-Jährige erzählt, dass seine beiden Eltern in einem Heim lebten. Tatsächlich war die Mutter jedoch bereits seit rund einem halben Jahr tot. Laut Anklage soll der 47-Jährige sie im September 2017 mit einem Schürhaken erschlagen und später ihre Leiche in dem Wohnhaus in einer Blumenbank einbetoniert haben.

Die Staatsanwaltschaft hat den Sohn der Getöteten wegen Mordes aus Habgier angeklagt. Der 47-Jährige habe seine Mutter getötet, weil diese seinen Lebensunterhalt nicht weiter habe finanzieren wollen. Er sei arbeitslos gewesen, habe Schulden in fünfstelliger Höhe gehabt und bis dahin von dem Geld seiner Eltern gelebt. Der Angeklagte habe mit seiner Lebensgefährtin nach Schweden auswandern und zukünftig von dem Erlös aus dem Hausverkauf und der Rente seiner Eltern leben wollen.

Die Nachbarn hatten den Angeklagten nach dessen Kurzbesuch nie wieder gesehen. Er habe ihnen damals seine Handy-Nummer gegeben und später einige Nachrichten mit ihrem Mann ausgetauscht, sagte die Nachbarin. Einmal habe er per SMS darum gebeten, die Post zu sammeln, er würde sie dann abholen. Später habe er angekündigt, dass er mit einem Transporter kommen würde, um das Haus leer zu räumen. Tatsächlich habe der 47-Jährige dies aber nie wahr gemacht. Einmal habe er dies damit begründet, dass der Transporter kaputt sei. Ein anderes Mal habe er angeblich arbeiten müssen. Sie hätten dann aus seinen Facebook-Einträgen geschlossen, dass er offenbar nach Schweden ausgewandert sei.

Rund sechs Wochen nach dem ersten und einzigen Zusammentreffen der Nachbarn mit dem Angeklagten durchsuchte die Polizei das Wohnhaus seiner Mutter in Herzberg. Zuvor hatten die Beamten einen Hinweis erhalten, dass die 74-Jährige nicht anzutreffen sei und das Grundstück zunehmend verwahrlosen würde. Die Ermittler prüften zunächst, ob sich die Rentnerin bei ihrem Sohn in Schweden aufhielt. Nachdem sie auch dort nicht zu erreichen war, erwirkte die Staatsanwaltschaft Göttingen einen Durchsuchungsbeschluss. Spürhunde entdeckten dann im Wohnzimmer die in einem Blumenkasten einbetonierte Leiche. Die Obduktion ergab, dass die 74-Jährige massive Gewalteinwirkungen an Kopf und Rumpf erlitten hatte.

Im Zuge der Ermittlungen geriet sehr schnell der 47-jährige Sohn ins Visier der Polizei. Zeugen hatten ihn im mutmaßlichen Tatzeitraum im September 2017 im Raum Herzberg gesehen. Nachdem sich der Verdacht erhärtet hatte, ließ die Staatsanwaltschaft mit einem Europäischen Haftbefehl nach ihm fahnden. Die Ermittler wussten, dass er ein Anwesen in Lappland hatte, auf dem er mehrere Huskies hielt. Als die Polizei ihn dort verhaften wollte, war er jedoch verschwunden. Nach einer umfangreichen Fahndung mit Hubschrauber und Polizeihunden nahmen ihn die Beamten schließlich in der schwedischen Provinz Västerbottens Iän fest. Einige Tage später wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Seit Anfang Juni sitzt der 47-Jährige, der bereits früher eine mehrjährige Haftstrafe wegen Betruges verbüßt hat, in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Von nie

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