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Osterode Bibliothek soll Ort der Begegnung werden
Die Region Osterode Bibliothek soll Ort der Begegnung werden
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14:08 25.02.2017
Bibliotheksleiterin Claudia Wilkening (rechts) informierte über die geplanten Neuerungen. Quelle: Pfeffer-Schleicher
Osterode

Das Inter-Kultur-Labor wolle den Austausch der Kulturen in der Stadt fördern und das produktive Potenzial nutzen, erklärte Bürgermeister Klaus Becker (parteilos), und unterstrich den experimentellen Charakter des Projekts: „Sie sollen Dinge ausprobieren, die eine lebendige Gemeinschaft mit einer Vielfalt an Kultur- und Bildungsangeboten zum Ziel haben.“

Die Stadtbibliothek werde weiter ihre klassische Funktion als Bücherausleihe und Lernort behalten, darüber hinaus soll sie aber zum Mittelpunkt eines interkulturellen Netzwerks werden. „Dazu muss es uns allerdings gelingen, möglichst viele Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen eng einzubinden“, betonte Becker und appellierte an Einwohner und Organisationen, sich aktiv einzubringen.

Stätte der Kommunikation

Durch das Inter-Kultur-Labor soll die Bibliothek zu einer Stätte der Kommunikation und Interaktion werden und sich entsprechend der Wünsche der Bevölkerung verändern, sagte Leiterin Claudia Wilkening. Dazu werde etwa ein Lesecafé eingerichtet, wo die Besucher ins Gespräch kommen können, interkulturelle und mehrsprachige Angebote sollen die Integration unterstützen, und die Veranstaltungsfläche im ersten Stock könne zum Experimentieren und Proben genutzt werden.

Fakten

Das Programm Trafo – Modelle für Kultur im Wandel ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und unterstützt Kultureinrichtungen im ländlichen Raum dabei, sich für die Zukunft aufzustellen. Die Stadtbibliothek gehört zu einer von sechs Modellregionen in Deutschland, die bis zum Jahr 2020 gefördert werden.

„Wie kann man kulturelle Einrichtungen in Zukunft auch außerhalb der Metropolen sichern?“, beschrieb Samo Darian von der Bundeskulturstiftung den Grundgedanken des Förderprogramms Trafo. Die Antwort sei das Inter-Kultur-Labor als Modell gewesen. „Ich freue mich, dass die Stadt Osterode sich der Aufgabe stellt und austestet, welche Funktion die Bibliothek in einem Mittelzentrum haben kann.“

Projektteamleiterin Sabine Hürthe stellte die Kooperationspartner vor, die für eine bunte Angebotspalette und reichlich Leben in der Stadtbibliothek sorgen werden. Geschichte und Geschichten aus Osterode von Flucht und Ankommen will das Junge Theater Göttingen in Erzählcafés sammeln, in ein Theaterstück fassen, medialisieren und in einen interaktiven Stadtführer einarbeiten.

Das Literarische Zentrum Göttingen und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wollen Lesungen und interkulturelle Literatur für Kinder und Jugendliche sowie Lehrerfortbildungen anbieten. Mit einem interkulturellen Theaterclub für Jugendliche, einem Ferienkurs für Kinder, Theaterworkshops, Bewegungstheater und Theateraufführungen ist der Verein Domino vertreten.

Bereits an diesem Abend waren die Gäste aufgefordert, ihre Ideen einzubringen, und nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit den Akteuren. Bürgermeister Becker zeigte sich sehr zufrieden über die Gespräche, die sich entsponnen hatten. „Sie können selbst etwas bewegen“, warb er jedoch um weitere Anregungen und Beteiligung. Wünsche und Vorstellungen würden in der Stadtbibliothek entgegengenommen.

Von Kerstin Pfeffer-Schleicher

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