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Osterode Bislang keine gemeinsame Ursache
Die Region Osterode Bislang keine gemeinsame Ursache
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00:19 01.02.2018
Dr. Eckart Mayr, Leiter des Gesundheitsamtes für die Stadt und den Landkreis Göttingen, erläutert die Arbeit der Gesundheitsbehörden zur Untersuchung der Krebsfälle in Petershütte. Quelle: Iben
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Osterode

Die Nachforschungen der in Petershütte aufgetretenen Krebserkrankungen seien durch einen Hinweis eines Anwohners initiiert worden, erklärte Dr. Eckart Mayr, Leiter des Gesundheitsamtes für die Stadt und den Landkreis Göttingen. Der Mediziner Ingo Wruck habe eine entsprechende Anfrage an das Landesamt gestellt. Durch eigene Recherechen sei Wruck auf die Rüstungsaltlasten im Harz aufmerksam geworden, woraufhin ein Zusammenhang zwischen der zu Zeiten des Nationalsozialismus verursachten massiven Umweltbelastungen durch eine Sprengstofffabrik („Werk Tanne“) und den Erkrankungen in Petershütte angenommen wurde.

Auffällig viele Hirntumore

Speziell die Erkrankung an bösartigen Hirntumoren, sogenannten Glioblastomen, sei in Petershütte auffällig häufig verzeichnet worden. Dies gehe auch aus den Todesbescheinigungen der Patienten hervor. Die aktuell vorliegenden Informationen lieferten bisher aber keine Hinweise auf eine gemeinsame Ursache der Erkrankungen. Um Hinweise auf mögliche Gemeinsamkeiten zu erhalten, bereite der Fachbereich Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis Göttingen nun eine Befragung der Angehörigen vor. Darin sollen insbesondere Informationen zu ehemaligen Arbeitsstätten und Wohnadressen der vielfach bereits Verstorbenen erfragt werden. Zudem wies Lottmann darauf hin, dass sich jeder, der etwas zur weiteren Klärung der Ursachen beitragen könne oder Fragen habe, an den Fachbereich wenden könne. Dies sei unter der Telefonnummer 05522 / 407 0000 möglich. Bei der Befragung sollen auch Umweltfaktoren als mögliche Erklärungsansätze berücksichtigt werden.

Es wäre schon ein Erfolg, wenn ein gemeinsamer Grund für die Erkrankung gefunden werden könne, sagte Michael Hoopmann, Umweltepidemiologe beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt. Es sei denkbar, dass ein Zusammenhang zwischen der langjährigen Umweltbelastung durch den Bergbau und die Rüstungsproduktionen und den gehäuften Erkrankungen in Petershütte bestünden, dies sei bisher aber nicht wissenschaftlich belegt.

Unabhängig von dieser aktuellen Fragestellung werde die Umweltbehörde des Landkreises ihre bereits länger geplanten Untersuchungen zu derartigen Umweltbelastungen fortführen, erklärte Martin Gries vom Fachdienst Natur und Umwelt. Das Niedersächsische Umweltministerium habe die Finanzierung notwendiger Boden- und Grundwasserproben an den sogenannten Schluckbrunnen in Petershütte und auch an den Leitungen durch das Bremketal bewilligt. Auch die Bauwerke sollen näher untersucht werden. Die Förderung betrage 210 000 Euro. Die Untersuchungen sollen in den kommenden zwei Jahren durchgeführt werden. Beim Landkreis Göttingen seien die personellen Voraussetzungen geschaffen, mit den Untersuchungen zu beginnen. Über die Ergebnisse und das weitere Vorgehen solle dann in den öffentliche Sitzungen des Kreistages berichtet werden, ergänzte Lottmann.

Von Maren Iben

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