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Radolfshausen Besucher backen Brote für die Welt
Die Region Radolfshausen Besucher backen Brote für die Welt
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00:20 10.10.2018
Bäckerin Annette Riek gibt Tipps.   Quelle: art
Ebergötzen

Besucher konnten spezielle, für die Erntedankzeit typische Brote nach traditionellen Rezepten ausformen und backen. Aus Natursauerteig, Roggen und Weizen, Wasser und Salz ließen sie kleine Gebildbrote entstehen. Zu den Motiven gehörten Ährenbrote, „Korngeister“ und „Drei Rosen an einem Stiel“. Dies sei ein Motiv für Fruchtbarkeit, erläuterte Bäckerin Annette Riek den Teilnehmern. Angeleitet von ihr entstanden auch Brote mit nach innen gedrehter Spirale, die typisch für die Erntedankzeit seien.

Besucher formen und backen Brot

„Man könnte etwas formen, was man selber wollte. Das hat Spaß gemacht“, sagte die neunjährige Mara aus Göttingen. An ihrer Grundschule habe sie schon einmal bei der Aktion „Vom Korn zum Brot“ gebacken. Sie könne sich „vielleicht“ vorstellen, den Beruf des Bäckers zu ergreifen. Bereits in der vergangenen Woche hatten 13 Konfirmanden mit Pastorin Wiebke Vielhauer Brote geformt, ausgebacken und im Anschluss an den Gottesdienst zugunsten von Brot für die Welt verkauft.

„Wir sehen uns auch in der Verantwortung auf die Welternährungslage hinzuweisen“, erklärte Museumspädagogin Agnieszka Steuerwald. In vielen Regionen der Welt sei die Ernährung nicht gesichert, Rund 800 Millionen Menschen müssten hungern, während bis zu 20 Prozent des täglich in Deutschland hergestellten Brotes weggeschmissen werde. „Das ist eine fehlende Bodenständigkeit“, meinte Steuerwald. Erntedankfest bedeute in der heutigen Zeit auch, „zu danken für die Produkte der Natur“ und „zu teilen mit allen Menschen, bei denen der Brotteller leer ist“. Es sei auch eine Gelegenheit, um allen Menschen zu danken, die achtsam mit Lebensmitteln umgehen, die lokale und Bio-Produkte kaufen. „Es wird nur das produziert, was wir einkaufen“, verdeutlichte Steuerwald.

Grund für die nachlassende Bedeutung, die das Erntedankfest habe, sei vor allem, dass in Europa nicht mehr so viele Menschen wie in früheren Zeiten in der Landwirtschaft tätig seien und direkt von der Ernte lebten. Zudem blieben Regale in den Läden unabhängig von der Ernte immer voll.

Mehr Gerechtigkeit und weniger Armut

Brot für die Welt“ ist in über 40 Ländern der Welt aktiv“, erläuterte Madlen Schneider, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Hilfswerks. Es stehe ein für die Gerechtigkeit und gegen die Armut in der Welt. Pro Mensch würden täglich 800 Gramm Getreide produziert. Dies sei „mehr als wir brauchen“. Probleme resultierten aus der ungerechten Verteilung und der Lebensmittelverschwendung. Schneider appellierte an die Besucher, nur soviel zu kaufen, wie sie auch tatsächlich benötigen und nur ganz wenig wegzuschmeißen.

Der Direktor des Brotmuseums, Wilhelm Bruinjes, erinnerte daran, dass beide Institutionen schon mehrmal gemeinsame Aktionen auf die Beine gestellt haben. „Man kann nur froh sein, dass es Brot für die Welt gibt“, sagte er.

Von Axel Artmann

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