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Radolfshausen Neuer Rekord bei der Storchsichtung
Die Region Radolfshausen Neuer Rekord bei der Storchsichtung
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00:19 01.02.2018
Wieder im Landeanflug: Im Bereich Seeanger am Seeburger See sind die ersten Vögel der Saison gesichtet worden. Hier ein Symbolfoto vom Naturschutzbund Deutschland. Quelle: Nabu/Zibolsky
Seeburg

Schelper informierte das Tageblatt über seine erste Storchensichtung in diesem Jahr. „Aber im letzten Jahr waren die auch schon so früh da“, meinte der Naturfreund, der mit seinem Hund öfter am Seeanger unterwegs ist. 2017 wunderten sich ebenfalls schon Fachleute wie der Ornithologe Carsten Linde aus Waake über die frühe Rückkehr der Störche. Die ersten wurden Mitte Februar an der Retlake am Seeburger See gesichtet.

Auch der Bio-Bauer Ludwig Pape beschäftigt sich seit Jahren mit den Störchen im Eichsfeld, hat eine Nisthilfe auf seinem Hof gebaut und bestätigt die aktuelle Storchensichtung im Januar. „Ein Storch hat schon unser Nest angeflogen und geklappert. Es muss ein Männchen sein“ vermutet Pape, da die männlichen Tiere die Nistmöglichkeiten zuerst inspizieren und mit ihrem Klappern dann die Weibchen einladen. Insgesamt habe er aber schon drei Störche in den vergangenen Tagen bei Seeburg beobachtet, sagt der Landwirt. Ob es alles Männchen seien oder schon ein Weibachen dabei sei, habe er noch nicht feststellen können.

Witterung und Fütterung spielen eine Rolle

„Wir haben noch nicht mal die Nester vorbereitet“, zeigt sich Pape überrascht von der frühen Rückkehr der Störche aus ihren Winterquartieren in Spanien und Afrika. Dafür könnten verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Vor allem das veränderte Klima mit milderen Wintern in Deutschland, aber auch die gut gemeinte, aber nicht nötige Fütterung durch den Menschen lockten den Storch schon weit vor Frühlingsbeginn zurück, vermutet der Fachmann.

Seit Mitte der 1990er-Jahre haben sich die Störche wegen erfolgreicher Renaturierung von Feuchtbiotopen wieder im Eichsfeld angesiedelt. Zuvor hatten seit den 1950er-Jahren keine Störche mehr in der Region genistet. Früher galten die Zugvögel als Frühlingsboten. Noch 2005 wurde Mitte April der erste wiederkehrende Storch im Eichsfeld gesichtet, 2012 kamen die Störche schon Anfang März. Ende Januar ist nun der neue Rekord.

Wichtig ist genügend Futter

Selbst wenn jetzt noch eine Kälteperiode kommen sollte, würde das den Tieren nicht allzu viel ausmachen, meint Pape. „Solange die Störche genug Futter finden, um ihren Energiehaushalt zu decken, können sie auch Kälte vertragen“, sagt der Landwirt. Nur als im Jahr 2013 der Winter sehr spät begonnen hatte und im April noch eine geschlossene Schneedecke die Futtersuche erschwerte, habe Pape die Störche gefüttert.

Mit dem tendenziell milderen Klima im Winter würden sich die Zugvögel mehr zu Strichvögeln entwickeln, meint der Fachmann. So nennt man die Vögel, die lediglich den Landstrich wechseln, um Futter zu finden, die aber nicht in den Süden ziehen, um im Winter zu überleben. Da Frösche und Kröten sich noch eingegraben hätten, hielten die Störche sich zu dieser Jahreszeit bei der Futtersuche eher an Mäuse, und die gebe es auf den kahlen Feldern zurzeit genügend.

Weitere Informationen über die Zugvögel gibt es beim Naturschutzbund Deutschland.

Von Claudia Nachtwey

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