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Radolfshausen Luthereiche mit weitem Blick
Die Region Radolfshausen Luthereiche mit weitem Blick
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17:50 04.09.2017
Quelle: Arne Bänsch
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Ebergötzen

Anlass war das 500-jährige Reformationsjubiläum. Die Idee zur Pflanzaktion hatte Dieter Kulle, Kirchenvorstandsmitglied in Waake.

Die Kirchenvorstände der Kirchengemeinden hatten die Pflanzaktion beschlossen und einen Ort nahe der Stelle ausgesucht, wo sich die Gemarkungsgrenzen der drei Kirchengemeinden Ebergötzen, Landolfshausen und Waake treffen. „Dies“, teilen die Organisatoren mit, „soll ganz bewusst ein sichtbares Zeichen der Gemeinsamkeit und des Zusammenwachsens des Gemeindeverbundes sein.“

Pflanzstelle oberhalb des alten Ebergötzer Steinbruchs

Die Pflanzstelle liegt oberhalb des alten Ebergötzer Steinbruchs. Von öffnet sich dem Besucher ein weiter Blick. „Die Eiche kann dort als Einzelbaum gut wachsen und gedeihen“, meinen die Organisatoren. Eigentümerin des Grundstücks ist die Realgemeinde Ebergötzen, die ihr Einverständnis zu der Pflanzung gab.

Der Pflanztag begann um 14 Uhr mit einer Sternwanderung von den Kirchen in Ebergötzen, Falkenhagen, Landolfshausen und Waake. An die Sternwanderung schloss sich ein Gottesdienst an der Pflanzstelle an, der vom Posaunenchor aus Waake und dem Chor „Klangart“ aus Ebergötzen musikalisch gestaltet wurde. Auch dabei: ein Bild des Reformators Martin Luther (1483 bis 1546), der 1517 mit dem Anschlag seiner 95 Thesen an das Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg der Katholischen Kirche die Stirn geboten hatte. Den Gottesdienst gestalteten die beiden Pastoren Wiebke Vielhauer aus Waake und Roman Vielhauer aus Landolfshausen, unterstützt von Prädikantin Ute Fiuza. Schließlich wässerten die Kinder aus den Kreisen der Besucher die frisch gepflanzte Eiche.

Bank aufgestellt

Außer Pflanzung und Gottesdienst wurde eine Bank aufgestellt – eine Spende der Samtgemeinde Radolfshausen. Neben dem Baum gibt es an einem Gedenkstein eine Tafel, die zukünftige Generationen an den Beginn der Reformation im Jahre 1517 erinnern soll.

Schon vor 100 Jahren wurden an vielen Stellen in Deutschland zum 400-jährigen Reformationsjubiläum sogenannte Luthereichen gepflanzt. Auch in diesem Jahr geschieht dies vielfach. Diese Tradition geht zurück auf die Legende, dass Martin Luther im Jahre 1520 unter einer Eiche in Wittenberg die päpstliche Bannandrohungsbulle öffentlich verbrannte.

Daran erinnerte am Sonntagnachmittag auch Pastorin Vielhauer, die einen ausführlichen Bericht über die Tradition der Luthereichen und generell über Luthers Leben gab. Dabei fehlten auch kritische Töne nicht: Zwar habe sich der Reformator sehr um den Glauben verdient gemacht, aber seine Äußerungen über die Bauern zu Zeiten der Bauernkriege, zu Juden und zu Muslimen stellten eine sehr dukle Seite Luthers dar. Solche Auffassungen müssten heute klar abgelehnt werden.

Von Matthias Heinzel

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