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Radolfshausen Relief zeigt Wilhelm Busch
Die Region Radolfshausen Relief zeigt Wilhelm Busch
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20:15 05.02.2018
Vor Max und Moritz zeigen Marianne Tillmann (l.), Petra Ausburg und Hans-Jürgen Becker das Relief von Wilhelm Busch. Quelle: Peter Heller
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Ebergötzen

Marianne Tillmann, Geschäftsführerin der Wilhelm-Busch-Mühle, freute sich über das ungewöhnliche Geschenk, das ihr Hans-Jürgen Becker aus Angerstein und Petra Ausburg aus Ebergötzen überreichten.

Sehr geschickt und begabt

Initiator des Werkes war Wilhelm Claus, der 1995 verstorbene Vater von Ausburg. „Er ist handwerklich sehr geschickt und begabt gewesen“, berichtete sie vor der Übergabe. Der gelernte Kfz-Mechaniker habe sich mit diversen Holzarbeiten für Familie, Freunde und Vereine seine Freizeit im Rentenalter vertrieben. Die freiwillige Feuerwehr erhielt ein großes Wandbild, der Wandergruppe des TSV Ebergötzen stiftete er einen Wandersmann und der Sportverein bekam einen Wandteller mit diversen Wappen, nannte die Ebergötzerin einige Beispiele für das Schaffen ihres Vaters.

„Ihm war es ein Anliegen, auch für die Mühle etwas zu machen“, berichtete Ausburg. Im Jahre 1988 habe er mit den Arbeiten für das Relief begonnen, die er fünf Jahre lang in unregelmäßigen Abständen fortsetzte. Dann sei er krank geworden und vor 23 Jahren verstorben. „Man hat schon erkannt, dass es Wilhelm Busch ist“, erklärte sie. Die halbfertige Arbeit habe dann im heimischen Holzstall gestanden und sei „von links nach rechts und von rechts nach links“ gestellt worden. „Mein Mann Stefan wollte schon Anmachholz daraus machen“, erinnert sich Ausburg.

Das begonnene Relief habe sie ihrem Freund und Arbeitskollegen Hans-Jürgen Becker übergeben, der handwerklich hochbegabt sei. Er ließ die begonnene Arbeit zunächst in seiner Werkstatt ausdünsten, bevor er ebenfalls in unregelmäßigen Abständen das Werk mit Einsatz eines Stecheisens und Kuhfußes fortsetzte.

Talent beim Krokodil-Schnitzen entdeckt

„Man muss Japp darauf haben“, sagte Becker, der im Alter von zehn Jahren beim Schnitzen eines hölzernen Krokodils erstmals sein gestalterisches Talent bemerkt habe. Zu seinen Werken gehört unter anderem auch der „Alihai“, ein stattliches Holztier aus einem mächtigen alten Eichenstamm, das am Waldrand des Maibergs in Angerstein zu sehen ist. Über Wilhelm Busch habe er schon viel während der Schulzeit gehört. Für die Vollendung des Werkes habe er auch in Büchern gestöbert, um sein Wissen über ihn zu vertiefen. Zu den besonderen äußeren Merkmalen von Busch, die das Relief deutlich mache, zähle der Umhang, die spitze Nase und der Hut. Entstanden ist das Werk aus Lindenholz. „Es lässt sich gut schnitzen, weil es ein weiches Holz ist’, betonte Becker. Das Befassen mit dem Werk des Malers und Dichters habe ihm deutlich gemacht, dass dieser ein guter Menschenkenner und Beobachter gewesen sei.

„Ich freue mich, dass die Arbeit, die mein Vater begonnen hat, nun so zur Geltung kommt“, sagte Ausburg nach der Übergabe. Wo genau das Werk in der Mühlenscheune gezeigt wird, will Geschäftsführerin Tillmann noch festlegen.

Von Axel Artmann

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