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Radolfshausen Neue Kirchenglocke in Seulingen eingesetzt
Die Region Radolfshausen Neue Kirchenglocke in Seulingen eingesetzt
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00:30 19.05.2018
Austausch des Geläuts in St. Johannes der Täufer in Seulingen: Die neue Patronatsglocke wird von einem Schwerlastkran in den Kirchturm gehoben. Quelle: Christoph Mischke
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Seulingen

Vorher wurde das alte Geläut mit einem Schwerlastkran herausgehoben. Sanft bedient Pascal Schmidt die Steuerung des Kranwagens der Firma Klostermeier, um die letzte der drei Glocken des alten Geläuts von St. Johannes der Täufer zu Boden schweben zu lassen. Dabei steht er in ständigem Funkkontakt zu Jonas Lauhoff, Auszubildender beim Zimmereibetrieb Ständer aus Geismar im Südeichsfeld, der mit drei Kollegen oben im Turm steht. „Diese Verbindung ist wichtig“, sagt Schmidt, „weil ich genau in die Sonne schaue und nicht wirklich viel sehe“. Am Boden nehmen Seniorchef Bernhard Ständer und Mitglieder des Kirchenvorstandes die Glocke an. Bevor die 750 Kilogramm schwere G-Glocke endgültig abgesetzt wird, lassen sie Rudolf Wucherpfennig und Ulrich Rahlfs mit kräftigen Hammerschlägen noch ein letztes Mal erklingen. Die drei alten Kirchenglocken werden auf einer gepflasterten Fläche neben der Kirche stehen bleiben.

Mit Johannes rufe ich

Siegbert Jagemann vom Kirchenvorstand ist zufrieden. Über den Köpfen der fleißigen Helfer hängt die neue, namensgebende Patronatsglocke silbrig glänzend am Kranhaken. Bei einem Durchmesser von 1,08 Metern wiegt die Bronzeglocke 752 Kilogramm. Neben den Abbildern von Johannes dem Täufer und der Pfarrkirche trägt die Glocke unter anderem die Inschrift „Johannes heiße ich – mit Johannes rufe ich – bereite den Weg des Herrn“. Wie die alte Glocke klingt sie im Ton G. „Um 8 Uhr war der Kranwagen vor Ort, um die alten Eisen-Hartguss-Glocken aus dem Turm zu heben“, berichtet Jagemann, „und jetzt, um 9.15 Uhr, hängt die Patronatsglocke bereits im Turm“, freut er sich ob des zügigen Ablaufs. Ein großes Verdienst komme dabei dem Zimmereibetrieb Ständer zu, lobt der Initiator der Aktion, der sämtliche vorbereitenden Arbeiten sehr gut und termingerecht ausgeführt habe.

Jagemann, den einige scherzhaft den „Oberglöckner“ nennen, hatte bereits im Sommer 2015 die Initiative ergriffen und eine zehnköpfige Glockengruppe gegründet, die sich um das Einwerben von Spenden für den 61.000 Euro teuren Glockenguss bei der Firma Bachert in Karlsruhe gekümmert hat. Die Gesamtkosten für den Austausch des Dreier-Geläuts in Höhe von 166 000 Euro, von denen der Kirchenvorstand 20 000 Euro in Eigenleistung eingebracht hat, sollen durch kreative Spendenaktionen gedeckt werden. Es gibt Glocken-CDs, Glocken-Wein und-Honig und für die Glockenweihe am 10. Mai wurde eine limitierte Gedenk-Medaille aus bronziertem Metall aufgelegt. Auch die von Pfarrer Michael Kreye vorgeschlagenen Patenschaften für ein Tagesgeläut werden gut angenommen. Über 80 Spender nutzen bereits diese Möglichkeit, um an einem Geburts-, Hochzeits- oder Sterbetag die Glocken für 250 Euro, an Festtagen für 500 Euro, läuten zu lassen.

Zweiter Kraneinsatz am 24 Mai

Am 24. Mai sollen die beiden anderen Bronzeglocken, die 1100 Kilogramm schwere Marienglocke mit Ton F sowie die Martinsglocke mit 1840 Kilogramm und Ton D, in den Turm gehoben werden. Bis dahin gibt es für den Zimmereibetrieb noch reichlich zu tun. Nach der Entfernung der alten Konstruktion muss der bereits fertiggestellte, zweistöckige neue Glockenstuhl installiert werden. „Es ist sehr eng dort oben“, sagt Zimmermeister Tobias Ständer lächelnd, „aber wir machen das ja nicht zum ersten Mal.“

Von Christoph Mischke

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