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Radolfshausen Schlafbürger und Solaranlagen
Die Region Radolfshausen Schlafbürger und Solaranlagen
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11:04 08.05.2017
Von Kuno Mahnkopf
Prof. Ulrich Harteisen (rechts) bricht eine Lanze fürs Landleben. Quelle: ku
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Ebergötzen

„Lebensqualität“ ist ein Schlüsselbegriff, mit dem Harteisen einmal mehr eine Lanze für das Dorfleben gebrochen hat. Das idyllische Dorfbild von Städtern sei Geschichte, seit den 1980er-Jahren gebe es aber eine Rückbesinnung auf den Erhalt historischer Baukultur. Als größtes Problem betrachtet Harteisen die Binnenwanderung mit Entleerungs- und Verdichtungsräumen. Arbeit sei ein entscheidender Faktor. Die Digitalisierung biete neue Möglichkeiten sowohl für das Dorf als Wirtschaftsstandort als auch die Nahversorgung in der Fläche und die Organisation von Mobilität. Punkten könnten die Dörfer mit Überschaubarkeit, Naturnähe, Gemeinschaft und Gestaltungsräumen. Trotz hochdynamischer Veränderungsprozesse seien Charakteristika erhalten geblieben, Tradition und Aufgeschlossenheit für Neues würden sich nicht ausschließen. Als Empfehlungen nannte Harteisen Internetanbindung, wirtschaftliche Perspektiven, Dorfmarketing, Kulturangebote, bürgerschaftliches Engagement, Offenheit, dorfübergreifende Zusammenarbeit, Förderprogramme und authentischen Tourismus.

Integration von Zugezogenen

Weniger optimistisch äußerte sich Esebeckes Ortsheimatpfleger Dr. Gerd Busse: „Unsere Kinder kommen nicht zurück aufs Dorf.“ Busse befürchtet, dass „Mut und Wille der Politik nicht ausreichen, negative Entwicklungen aufzuhalten“.  Auf Voraussetzungen für ein gelungenes Zusammenleben ging Ebergötzens Ortsheimatpfleger Dr. Wolfgang Buss ein. Heimatpfleger könnten auch einen Beitrag zur Integration von Neubürgern leisten, die oft nur ländliche Ruhe suchten und sich abkapseln würden. Als traditionelle Einzelkämpfer seien Ortsheimatpfleger damit aber überfordert. Das könne nur im Team gelingen, Ansätze gebe es in Dorf- statt Programmvereinen.  Auf Fotos zeigte Kreisheimatpflegerin Angela Sohnrey die Auswirkungen von Wärmedämmung, Fassadenverkleidung, Solaranlagen, Barrierefreiheit und Neubauten auf Ortsbilder, sprach sich gegen den Abriss alter Häuser aus und mahnte verträgliche Kompromisse an.

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