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Radolfshausen Störche beziehen ihre Nester
Die Region Radolfshausen Störche beziehen ihre Nester
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00:33 10.03.2018
Ein Storch fliegt das Nest an der Feldscheune im Seeanger zwischen Ebergötzen und Wollbrandshausen an. Quelle: Swen Pförtner
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Eichsfeld

Seit 14 Jahren lassen sich Störche bei Pape in Seeburg nieder. In allen Jahren haben sie auch Nachwuchs gezeugt. Im vergangenen Jahr jedoch verschwanden diese nach zwei oder drei Tagen. „Ich hatte am Tag vorher gesehen, wie sie ihre Hälse aus der Nestmulde reckten“, sagte der Landwirt. Pape vermutet, dass sich ein Waschbär die Jungen geholt hat. Deshalb fragte er in diesem Jahr bei Dachdecker Fabian Knöchelmann an, ob er einen Kletterschutz bauen könne, der ein Heraufklettern des Räubers verhindere. Seit Mittwoch ist das Nest gesichert. Pape plädiert dafür, alle Nester mit einem Schutz gegen Kletterer zu versehen.

„Auf dem Schornstein steht ein Storch“, berichtete auch Friedel Bode aus Gieboldehausen. Er sei am Dienstag angekommen. Ob es der Altstorch aus dem vergangenen Jahr ist, konnte er allerdings noch nicht sagen. „Ich konnte den Ring noch nicht ablesen“, sagte er. Dafür müsse die Sonne scheinen und der Storch entsprechend gut in seinem Nest stehen. „Er hat schön geklappert“, erzählte er. Die Störche seien in diesem Jahr 14 Tage später dran als im Vorjahr. Er habe die Termine aufgeschrieben.

Auch auf der ehemaligen Molkerei in Westerode hat sich ein Storch niedergelassen, wie Johannes Nolte mitteilte. „Er zupft das Nest zurecht“, sagte er. Die Frau käme wahrscheinlich in zwei oder drei Tagen. Auch die Nester im Seeanger sind mittlerweile besetzt.

Nicht alle Störche hätten die Region im Winter verlassen, erzählte Bode. Bei Seulingen seien zwei Störche unterwegs gewesen und im Seeanger einer. „Das ist nicht ungewöhnlich“, erklärt der Northeimer Stefan Munzinger, Initiator des Naturbeobachternetzwerkes naturgucker.de. Auch in seinem Bereich hätten zwei Paare überwintert. Schließlich seien sie an ausreichend Futter gekommen, da es keine Schneedecke gab. „Der Kahlfrost ist dabei kein Thema“, so Munzinger.

Zwei Drittel der Störche sind nach Munzingers bereits zurückgekehrt. Aber auch andere Vögel wie die Kiebitze seien unterwegs. Rotkehlchen, Amsel und Meise würden bereits singen. Und am Seeburger See, Lutteranger und Leinepolder ließe sich der Entenzug beobachten.

Das erste Zeichen des Frühjahrs

Nächtliche Schreie am Himmel verweisen auf die aus dem Süden zurückkehrenden Kraniche hin. „Das ist das erste Zeichen für das Frühjahr“, sagt Stefan Munzinger, Initiator, Gründungs- und Vorstandsmitglied des Naturbeobachter-Netzwerkes naturgucker.de. „Es ist aber bereits der zweite Schwung, der jetzt unterwegs ist“, berichtet er. Vor zwei Wochen seien bereits weiter westlich Kraniche durchgezogen. Allerdings lasse sich anhand der Beobachtungszahlen erkennen, dass jetzt deutlich mehr Vögel unterwegs seien. Im Februar seien 20 000 bis 30 000 Kraniche gemeldet worden, jetzt seien es bereits 170 000 beobachtete Tiere. Allerdings gebe es aus der Erfahrung heraus auch Mehrfachnennungen. In den kommenden zwei bis drei Wochen seien wahrscheinlich alle Vögel durchgezogen. „Das hängt natürlich aber auch von den Wetter- und Windverhältnissen ab“, sagt Munzinger. Bei einem großen Kälteeinbruch würde sich die Dauer noch einmal verschieben. Allerdings seien den gesamten Winter hindurch auch Kraniche in Deutschland geblieben, da sie ausreichend Nahrung fanden.

Von Rüdiger Franke

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