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Radolfshausen Eine Linde als zentrales Element
Die Region Radolfshausen Eine Linde als zentrales Element
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15:44 14.02.2017
Die Bäume auf dem Thieplatz in Mackenrode werden gefällt. Quelle: rf
Mackenrode

Der Thie habe für die Gemeinschaft eine besondere Bedeutung. Mackenrode habe nur das Dorfgemeinschaftshaus, die Kirche und den Thie als Treffpunkte. Die Bäume vermittelten das Gefühl, geschützt zu sein und nicht auf dem Präsentierteller zu sitzen. Besonders das Fällen der fünf Bäume sorgte für Erregung in der Zuhörerschaft. „Fünf Bäume auf dem Thieplatz zu fällen, das ist schon eine Hausnummer“, gab Michael Becker (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Landolfshausen, zu. Allerdings hätten er sowie die Mitglieder des Bauausschusses und des Kirchenrates bis zum Bürgerinformationsabend eine Woche Zeit gehabt, die Information und die Argumente zu verarbeiten.

Schwahn hatte bereits 2011 mit ersten Entwürfen begonnen. „Anlass war der sanierungsbedürftige Weg zum Kircheneingang“, berichtete Pastor Markus Kamper. Dabei sei der Sanierungsbedarf an Mauer und Treppe des Thieplatzes entdeckt worden. „Die Mauer am Nordeingang ist stark ausgelenkt“, so Schwahn.

Die erste Lösung habe nach Angaben des Landschaftsplaners beinhaltet, die Bäume zu erhalten und den Grundriss des Thieplatzes leicht anzupassen. Doch um Mittel aus einem Kulturerbefördertopf zu erhalten, habe Martin Grewe von der Baudenkmalpflege des Landkreises während einer Bereisung empfohlen, auf jeden Fall den historischen Grundriss zu erhalten. So entstand ein neuer Entwurf, in dem nur die drei älteren Bäume entfernt werden, die beiden 30-jährigen aber bleiben sollten. Doch auch die richteten bereits mit ihren Wurzeln Schaden an der Mauer und der Straße an. Eine Arboristin (Baumsachverständige) habe ihm gesagt, da die Bäume auch krank seien, sollten sie gleich mit der Neugestaltung gefällt werden. Für die gefällten Bäume werde es aber an anderer Stelle Ersatzpflanzungen geben.

Am Ende des Jahres werde an zentraler Stelle auf dem neugestalteten Thieplatz eine großkronige Linde gepflanzt, sagte Schwahn. „Das entspricht mehr der historischen Gestaltung eines Thieplatzes“, erläuterte Grewe. Im Mittelalter seien die Plätze entstanden, darauf eine Linde und ein steinerner Tisch für Versammlungen und Gerichtsverhandlungen. „Wenn die Linde kaputtging, wurden in vielen Orten mehrere Bäume gepflanzt, um möglichst schnell den Verlust des Schattens auszugleichen“, so Grewe. Das sei historisch aber nicht korrekt. „Ein einzelner Baum kann sich besser entwickeln“, sagte Schwahn. Allerdings werde erst die nächste Generation diesen in voller Entfaltung genießen können.

Außer dem Thieplatz wird auch das Kirchumfeld erneuert. Der Pastor hatte den Wunsch eines barrierefreien Zugangs geäußert. „Den können wir nicht über den Thieplatz führen“, erklärte Schwahn, dass dort zu große Höhenunterschiede zu überwinden seien. Am Infoabend wurde aber angeregt, zumindest eine Rampe auf den Thieplatz führen zu lassen. Der barrierfreie Zugang zur Kirche werde von hinten über den Spielplatz geführt. Einzig eine Stufe, die aber im Kircheneingang liege, könne nicht ausgeglichen werden. „Sonst müssten wir bis zum Sockel Erde aufschütten, was nicht förderlich für die Bausubstanz wäre“, so Schwahn.

Zeitplan: Landschaftsplaner Christoph Schwahn hat während des Bürgerinformationsabends in Mackenrode einen groben Zeitplan für die Neugestaltung des Thieplatzes aufgestellt. ??bis 28. Februar: Fällen der fünf Bäume auf dem Thieplatz ??bis Mitte März: Planung und Erstellen von Leistungsverzeichnis für Ausschreibung ??bis Ende März: Angebote der Firmen ??etwa Ostern: Auftragsvergabe ??Anfang Mai: Beginn der Bauarbeiten ??Mitte/Ende Juli Ende der Bauarbeiten ??Ende Herbst: Pflanzen des neuen Baumes

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