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Radolfshausen Historische Fahrzeuge in Landolfshausen ausgestellt
Die Region Radolfshausen Historische Fahrzeuge in Landolfshausen ausgestellt
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18:37 21.04.2018
Interessiert betrachten die Besucher die ausgestellten Fahrzeuge. Quelle: Rüdiger Franke
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Landolfshausen

Die Bandbreite der ausgestellten Volvos reichte von den 1950er-Jahren bis zu aktuellen Modellen. Das Gelände glich einem mobilen Automobilmuseum. „Es gibt sonst kaum Treffen, wie wir es organisieren“, sagt Broderius. Es gebe zwar spezielle Treffen für Buckelvolvo- oder Amazontreffen. „So zusammengewürfelt wie bei uns ist es eher selten.“ Der positive Aspekt sei, dass auf dem Gelände in Landolfshausen eine lockere Atmosphäre herrsche. Modellübergreifend werde „Benzin gesabbelt“, wie er die Gespräche der Teilnehmer untereinander nannte.

Hier ein Video vom Volvo- und Oldtimertreffen 2018:

Mehr Teilnehmer aus dem Bereich Göttingen

Insgesamt seien rund 250 Personen auf dem Ausstellungsgelände gewesen, erzählte Broderius, nachdem die Mehrheit der Teilnehmer gegen Mittag zu einer rund einstündigen Ausfahrt gestartet waren. Die Ausfahrt sei in diesem Jahr deutlich verkürzt worden. Die Länge der Rundtour sei ein Kritikpunkt von Teilnehmern der Premiere im vergangenen Jahr gewesen. Trotzdem seien auch viele wiedergekommen. „Ich finde es schön, dass in diesem Jahr mehr Teilnehmer aus dem Bereich Göttingen zu uns gekommen sind“, sagte Broderius.

Bilder vom Volvo- und Oldtimertreffen 2018 in Landolfshausen

Fahrer von Volvos aller Baureihen sowie von Oldtimern unterschiedlicher Fabrikate haben sich am Sonnabend in Landolfshausen getroffen. Rund 100 Fahrzeuge waren zu sehen.

Weite Anreise im ehemaligen Leichenwagen

Aber auch weite Anreisen nahmen manche Teilnehmer auf sich, wie zum Beispiel Bea Nünemann aus Flindsberg am Inn. Mit fast 650 Kilometern hatte sie den weitesten Weg hinter sich. Sie war mit einem ehemaligen Leichenwagen angereist. Ihren Volvo 940 mit Pollmann-Umbau hatte sie sich vor einigen Jahren zu einem Camper umgebaut. „Ich fahr das Auto aber auch im Alltag“, erzählt die frühere Gieboldehäuserin. Es sei aber praktisch, wenn sie raus aus dem Alltag wolle. „Einfach ins Auto setzen und irgendwo hinfahren. Das Bett ist immer dabei.“ Allerdings würden auf Campingplätzen viele Leute komisch schauen, wenn sie mit dem Leichenwagen vorfahre. Als sie mal nach Ersatzteilen suchte, sei sie auf Broderius gestoßen. Dadurch ließe sich die Ersatzteilbeschaffung immer mit dem Besuch bei den Eltern verbinden.

Vorbereitung auf 6000-Kilometer-Rallye

Ebenfalls einen Volvo für einen besonderen Einsatz zeigte Mitorganisator Hans Töllner mit seinen Mitstreitern Carlos Werner und Christopher Herzmann. Sie wollen im September an einer Rallye von München über Barcelona nach Marrakesch teilnehmen. „Für die 6000 Kilometer haben wir elf Tage Zeit“, erzählte er. Vorgabe sei ein Auto für 500 Euro mit TÜV-Plakette. „Die Göttinger Drei“, wie sie sich nennen, entschieden sich für einen Volvo 740 GL Baujahr 1990 mit 113 PS und 2,3-Liter-Motor. Der hatte zwar einen Frontschaden, sei aber mit 160 000 Kilometern erst sehr wenig gefahren für Volvos in dem Alter.

Ältestes Fahrzeug: ein Opel P4

Bei den Oldtimern waren unter anderem ein Opel P4 von 1936 sowie ein Citroën ID 20, Baujahr 1968, zu sehen. Beide Fahrzeuge sind im Besitz des Seeburgers Frank Heinemann. Der Opel stamme aus Braunschweig und sei im Familienbesitz geblieben. „Er wurde nie komplett restauriert, sondern immer nur am Laufen gehalten.“ Den Citroën habe er mit seiner Frau in Spanien entdeckt. Der ID sei die einfache Ausführung der DS. „Technisch ist er soweit fertig, jetzt fehlt nur noch die Optik“, sage Heinemann. Er ist Mitglied im Oldtimer-Stammtisch Duderstadt, der am 24. Juni seine Rallye sowie am 9. September sein Treffen auf der Duderstädter Marktstraße ausrichte.

Erlös für soziale Zwecke

Den Erlös der Veranstaltung spendeten die Organisatoren zu gleichen Teilen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sowie dem Landolfshäuser Kindergarten. „Es ist toll, dass sie bei dem Event auch an die Gemeinde und den Kindergarten denken“, lobte Bürgermeister Michael Becker (SPD) die Idee. Die Seenotretter waren vor Ort mit einem Informationsstand vertreten. „Wir haben ein Jahresbudget von 35 Millionen Euro“, sagte der Göttinger Architekt Carsten Schleevoigt, der als Ehrenamtlicher in der Station in Cuxhaven Dienst leistet. „Schön, dass wir unsere Arbeit hier vorstellen“, sagte er. Die wenigsten wüssten, dass sich die DGzRS ausschließlich aus Spenden finanziere.

Nach der Ausfahrt ereignete sich ein tragischer Zwischenfall, als ein Mann vom Dach eines angrenzenden Gebäudes ein Foto des Ausstellungsgeländes machen wollte. Das Dach gab nach und er stürzte etwa fünf Meter in die Tiefe, wie Polizeibeamte berichteten. Der Verletzte erlitt nach Angaben der Beamten schwere aber keine lebensgefährlichen Verletzungen. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht

Von Rüdiger Franke

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