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Radolfshausen Zweite Brut, drei Küken
Die Region Radolfshausen Zweite Brut, drei Küken
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00:25 25.05.2018
Drei Jungstörche befinden sich im Nest von Bauer Ludwig Pape. Quelle: Helge Schneemann
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Seeburg

Die Vögel waren schon im Februar angekommen und hatten nach warmen Tagen im März bereits Eier gelegt, so Pape. Doch dann folgten Dauerfrost und Schnee und „die Eier sind erfroren“. Das Storchenpaar sei aber „klug genug gewesen“, berichtet der Landwirt weiter, diese Eier aus dem Nest zu werfen und neue zu legen. Aus den drei Eiern sind nun vor einer Woche drei Küken geschlüpft. „Wenn sie sich recken, kann man sie von der Leiter aus sehen“, freut sich Pape und hofft, dass die Kleinen es schaffen. Denn im vergangenen Jahr habe sich vermutlich ein Waschbär die Brut des Storchenpaares geholt. „Waschbären sind bekannt als gute Kletterer“, erklärt der Seeburger. Damit das in diesem Jahr nicht wieder passiert, hätten kurzerhand Mitarbeiter des örtlichen Dachdeckerbetriebes den Holzmasten, auf dem sich das Nest mit der Storchenfamilie befindet, mit einem Kletterschutz versehen.

In Seeburg hat ein Storchenpaar im zweiten Anlauf Nachwuchs bekommen

Auch in den anderen Nestern im Eichsfeld ist der Storchennachwuchs geschlüpft. Wie der Gieboldehäuser Storchen-Experte Friedel Bode berichtet, hat auch das Storchenpaar auf dem Schornstein der alten Molkerei drei Jungtiere im Nest. „Soweit man das sehen kann, geht es ihnen gut“, sagt Bode und hofft, dass „es keine Ausfälle gibt“. Eines der Elterntiere sei, so ist anhand des Rings am Fuß des Storches, vor etwa fünf Jahren in Papes Nest in Seeburg geschlüpft, ergänzt Bode.

Küken in Bernshausen und Wollershausen

Bode weiß von weiteren erfolgreich ausgebrüteten Storcheneiern. In Bernshausen seien es zwei gewesen, ein Küken sei tot. Eines von drei Storchenküken habe es in Wollershausen nicht überlebt. Die Elterntiere hätten aber offenbar noch ein viertes Ei erfolgreich ausgebrütet. Er hoffe, dass der Nachzügler „nicht auf der Strecke bleibt“, denn der Kleinste könnte im Kampf um das Futter im Nest den Kürzeren ziehen.

Drei Jungstörche könnten es Bodes Beobachtung zufolge im Nest in Lütgenhausen sein. Zwei Storchenküken vermutet Bode im Nest in Obernfeld und drei in Seulingen. Wie viele Küken im Nest auf dem Schornstein in Westerode geschlüpft sind, könne er nicht sagen, so der Gieboldehäuser weiter. Auch beim Reiterhof und Café Wellenreiter in Seeburg hätten in diesem Jahr Störche ein Nest bezogen. Ob es hier 2018 aber schon Nachwuchs gebe, könne er nicht sagen. Ähnlich die Situation in Bodensee, wo Jungvögel „um das Nest herum wuseln“, so Bode. Er glaubt, dass das Storchenpaar dort das in diesem Jahr nicht mehr hinbekomme.

Schließlich weiß Bode auch von Storchennestern in Hattorf und in Pöhlde. „Es wäre schön, wenn es alle schaffen“, fasst der Gieboldehäuser Storchenexperte zusammen. Hans-Heinrich Dörrie vom Arbeitskreis Göttinger Ornithologen hatte kürzlich festgestellt, dass die Zahl der Störche in der Region steigt – ein Eindruck den auch Bode teilt.

Vogelexkursionen am Wochenende

Gelegenheit für Vogelbeobachtungen bietet sich bei zwei Exkursionen am Wochenende 26. und 27. Mai. Der Naturschutzbund (NABU) bietet am Sonnabend, 26. Mai, eine Exkursion zum Seeburger See und die Umgebung an. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Seeufer bei der Gaststätte „Graf Isang“. Im Anschluss an einer Führung durch das Naturerlebniszentrum geht es zur Aussichtsplattform am Seeanger, wo viele Vögel beobachtet werden können, heißt es in der Ankündigung. Zum Abschluss der Exkursion ist die Besichtigung eines Storchennestes auf dem Grundstück von Landwirt Pape in Seeburg mit vielen Erkärungen vorgesehen. Ferngläser sollten mitgebracht werden, weitere Informationen gibt es unter Telefon 036071/97915.

Eine weitere vogelkundliche Exkursion zum Seeburger See und Seeanger bietet die Biologische Schutzgemeinschaft (BSG) am Sonntag, 27. Mai, an. Klaus Dornieden begleitet ab 9 Uhr die Teilmnehmer. Beobachtet werden durchziehende und brütende Wasservögel. Nach einem Blick auf den See geht es zum Seeanger. Treffpunkte sind um 9 Uhr am Parkplatz Zoologie, Berliner Straße 28, in Göttingen und etwa 40 Minuten später in Seeburg am Parkplatz am Campingplatz Richtung Graf Isang.

Von Britta Eichner-Ramm

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