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Rosdorf 35 Jahre Sozialstation Rosdorf/Friedland
Die Region Rosdorf 35 Jahre Sozialstation Rosdorf/Friedland
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00:30 15.04.2018
Maike Melzer, Altenpfleger der Diakonie Sozialstation Rosdorf/Friedland, betreut Erich Rehberg – auch mal mit einem Schwätzchen. Quelle: Niklas Richter
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Rosdorf/Friedland

Am 1. April 1983 wurde der ambulante Pflegedienst gegründet. 1998 ging die Einrichtung in die Trägerschaft des Diakonischen Werkes Rosdorf St. Johannis über. Derzeit betreuen die Pfleger der Hilfsorganisation 163 Menschen, die in verschiedenen Graden pflegebedürftig sind, aber noch zu Hause wohnen können und wollen. Darunter seien auch einige, sagt Aschekowski, die trotz ihrer körperlichen oder mentalen Einschränkungen allein zu Hause leben. „Ohne uns“, sagt die Pflegedienstleiterin, „würde das überhaupt nicht gehen.“

24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche

Die Pflegeleistungen, angeboten 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, sind vielfältig – umbetten, Hilfe beim Duschen geben, für die regelmäßige Einnahme der Medikamente sorgen, Verbände anlegen und wechseln, gegebenenfalls Spritzen verabreichen, aber auch Hilfe beim Anziehen und Ausziehen geben oder aus dem Bett oder wieder hinein helfen – es gibt vieles, was älteren Menschen im Laufe ihrer Jahre immer schwerer fällt. Nicht selten kämen auch Schwindelzustände vor – gefährlich vor allem für gänzlich allein lebende Menschen.

Hauswirtschaftliche Betreuung gehört nicht dazu – eigentlich. Dort aber, wo es auch um Hygiene geht, springt die Diakonie- und Sozialstation dennoch ein, erklärt Aschekowski. Beispielsweise bei der Reinigung der Küche und des direkten Wohnumfeldes, dem Wegwerfen abgelaufener Lebensmittel, der Beseitigung von Schimmel im Badezimmer und dergleichen. Und auch um andere Aspekte nichtmedizinischer Betreuung kümmern sich die Mitarbeiter – beispielsweise mit Vorlesen, Hilfe beim Einkaufen oder Begleitung bei Spaziergängen von Menschen, die völlig allein leben.

Manchmal Missverständnisse

Dieser Service sei allerdings weder allumfassend noch selbstverständlich, was manchmal zu Missverständnissen führe, erklärt Aschekowski. Nicht nur einmal habe sie die Nachfrage „Wo bleibt denn meine Putzfrau?“ am Telefon gehört. Derartige Wünsche, so die Pflegeleiterin, könne die Sozialstation nicht erfüllen, wohl aber den Kontakt zu entsprechenden Dienstleistern herstellen.

Die Diakonie- und Sozialstation, meint Aschekowski, entlaste nicht nur die direkt Betroffenen, sondern auch deren Angehörige, sofern diese selbst an der Pflege ihrer schwer kranken Verwandten beteiligt sind. Für die sei es ein Segen, aus der Dauerbetreuung mal für einige Stunden oder sogar ein paar Tage herauszukommen.

Über 15 ausgebildete Pflegekräfte verfügt die Diakonie- und Sozialstation zurzeit. Dazu kommen fünf Mitarbeiter, die sich vorrangig um die hauswirtschaftliche Betreuung kümmern. Viele, sagt Aschekowski, seien schon lange dabei: „Unser Mitarbeiter mit der längsten Dienstzeit kam vor 27 Jahren zu uns, der nächste vor 23 Jahren. Wir haben sehr wenig Fluktuation.“

Ziemlich lange Wartelisten

Der Pflegebedarf ist groß, dementsprechend auch die Nachfrage. „Wir können nicht alle aufnehmen“, erläutert die Pflegedienstleiterin. „Sowohl für Betreuung als auch für Hauswirtschaft gibt es ziemlich lange Wartezeiten.“

Ein großes Problem: das durch Betrügereien im Pflegewesen derzeit stark anwachsende Misstrauen gegenüber Anbietern von Pflegeleistungen. Mehrere hundert fast ausschließlich von Russen kontrollierte ambulante Pflegedienste stehen im Verdacht, teils bundesweit ein System für Abrechnungsbetrug betrieben zu haben. Dabei sollen im Zusammenwirken auch von Patienten und Ärzten Leistungen abgerechnet worden sein, die gar nicht erbrach wurden. „Die Leute werden immer misstrauischer“, sagt Aschekowski. Abrechnungen würden stärker als früher kritisch beäugt, und „es wird vermehrt nachgefragt. Am Telefon wird es manchmal schwierig.“

Die Sozialstation Rosdorf/Friedland ist unter Telefon 0551/7895420 oder per E-mail unter sozialstation@johannishof-rosdorf.de zu erreichen.

Von Matthias Heinzel

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