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Rosdorf Gericht verurteilt Paketzusteller zu zwei Jahren Freiheitsstrafe
Die Region Rosdorf Gericht verurteilt Paketzusteller zu zwei Jahren Freiheitsstrafe
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17:14 10.05.2018
Quelle: dpa
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Rosdorf/Göttingen

Dabei geht es um gewerbsmäßigen Bandenbetrug in 20 Fällen und des gewerbsmäßigen Diebstahl in fünf Fällen. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Angeklagte erhielt die Weisung, unverzüglich die Bundesrepublik zu verlassen und innerhalb der vier Jahre dauernden Bewährungszeit nicht wieder einzureisen. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung von rund 8777 Euro an. Dies entspricht dem Wert der Handys und anderer hochwertiger elektronischer Geräte, die bei den Betrügereien und Diebstählen erlangt wurden.

Der 22-Jährige, der rund ein halbes Jahr in Untersuchungshaft gesessen hat, räumte in dem Prozess die Vorwürfe ein. Demnach hatte er sich im vergangenen Sommer der Betrügerbande angeschlossen und zunächst einem der Drahtzieher eine Liste mit den Straßennamen gegeben, die sich auf seiner Route als Paketzusteller in Rosdorf befanden. Laut Anklage soll dieser die Liste an einen noch unbekannten Haupttäter in Berlin weitergeleitet haben, der dann unter falschem Namen zahlreiche Mobilfunkverträge für hochwertige Handys zum Preis von je 800 und 900 Euro abschloss. Sämtliche Adressen der angeblichen Besteller und Empfänger befanden sich auf der Auslieferungsroute des Zustellers.

Betrügerische Bestellungen

Der Angeklagte bekam dann immer morgens eine SMS-Mitteilung über die jeweiligen betrügerischen Bestellungen. Der 22-jährige nahm die betreffenden Pakete mit den teuren Mobiltelefonen an sich, markierte sie fälschlicherweise als „zugestellt“ und übergab die Lieferungen später an andere Bandenmitglieder, die diese dann gewinnverbringend weiter verkauften. Für jede Handy-Lieferung, die er so aus dem Verkehr zog, erhielt der Angeklagte nach eigenen Angaben 50 Euro. Außerdem entwendete er im Depot des Paketdienstes mehrere Pakete mit hochwertigen Mobiltelefonen und anderen elektronischen Geräten.

Die Polizei war durch eine Anzeige des betroffenen Paketdienstes auf die kriminellen Machenschaften aufmerksam geworden. Im Zuge ihrer Ermittlungen fanden die Fahnder dann heraus, dass mehrere Mobiltelefone aus verschwundenen Paketsendungen in Moldawien im Einsatz waren. Bei der Bestellung der hochwertigen Handys hätten die Betrüger die Namen und Bankverbindungen tatsächlich existierender Personen benutzt, berichtete der Polizeibeamte, der in dem Fall ermittelt hatte. Lediglich die Lieferadressen in Rosdorf seien fingiert gewesen. Wie die Bande an diese persönlichen Daten gelangte, sei unklar. „Das riecht nach Versandhandel“, meinte der Ermittler.

Von Heidi Niemann

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