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Rosdorf 70 Kriterien für ein Supermodell
Die Region Rosdorf 70 Kriterien für ein Supermodell
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00:19 06.11.2017
Ab auf die Waage: Das Lux-Kaninchen ist in Form. Quelle: Fotos: Richter
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Rosdorf

Von gut einem Kilo bis über sieben Kilo sind sie schwer: Kaninchen. Sie sind nicht nur in vielen Kinderzimmern zu finden, sie sind auch seit mehr als 100 Jahren Tiere, die in Vereinen auf ganz bestimmte Merkmale hin gezüchtet werden. Einer davon ist der Verein F128 in Rosdorf. Er zeigt am Wochenende die Vielfalt der Tiere.

Wenn an einem der Käfige am Wochenende auf einer Steckkart das Wort „vorzüglich” steht, dann steckt dahinter ein längerer Weg. Die Höchstwertung der R

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Bewertung der Kaninchen im Rosdorfer Gemeindezentrum.

ichter bekommen nur Tiere, die fast schon perfekt sind. Die Supermodels unter den Langohren werden auf Fell und Pfoten geprüft.

„Wir bewerten rund 70 Positionen”, sagt Alfred Bosold, Kaninchen-Wertungsrichter aus Großalmerode. Er ist einer von dreien, der am Freitag in Rosdorf die Tiere auf der Matte hatte. Gerade hat ein Modell der Rasse „Weißgrannen schwarz” auf dem Tisch – und auf der Waage. 3,8 Kilo. „Das ist perfekt, 20 Punkte”, sagt Bosold. Er streicht über den Rücken des Tieres, wackelt am Fell, schaut auf die Proportionen. „Eine schöne Körperform“ wird Nummer 3716 attestiert. Damit wäre sie bei Heidi Klum eine Runde weiter. Hier noch lange nicht. Krallen, Augen, Gebiss, Pflegezustand und das Fell sind auch noch an der Reihe. „Das Fell ist schön dicht und glänzend”, findet der strenge Richter., auch nachdem er mehrfach hinein gepustet hat um das Unterfell zu begutachten. „Hervorragend” lautet das Gesamturteil.

Bosold hantiert mit routinierten Griffen. Kaninchen von vorne, von untern und von oben. Die meisten der Tiere bleiben ruhig auf der Matte sitzen, sie sind den Umgang mit Menschen gewöhnt. Auf dem Tisch von Jürgen Röse hingegen strampelt ein Tier, quiekt und hüpft vom Tisch. Nichts, was einen Wertungsrichter aus der Ruhe bringt. Peter Janisch, seit 30 Jahren als Richter unterwegs, pustet gerade in das Fell eines Lux. Kaninchen dieser Rasse haben ein cremefarbenes Fell. Die Beschaffenheit des Pelzes ist hier besonders wichtig, dreischichtig ist es, unten weiß, in der Mitte fuchsfarbenen und oben cremefarben-bläulich. „Leichte Erhöhung in der Rückenlinie”, kritisiert Janisch. Und: „Das Ohr wächst leicht faltig, es könnte etwas offener getragen werden”, so der Herr über die Punkte. Auch die Fuchsfarbe im Fell ist ihm etwas zu fahl. Dennoch bekommt das Tier ein „sehr gut”.

Kaninchen nach Kaninchen kommt auf den Tisch und wieder in den Käfig. Am Sonnabend, wenn die Besucher kommen, müssen alle ihre Karte am Käfig stecken haben. Rund 30 der Tiere aus 20 unterschiedlichen Rassen stehen dann auch zum Verkauf - vom Zwergkaninchen bis hin zum Riesenschecken.

Ein ziemlich großer Vertreter seiner Gattung liegt bei Röse auf dem Tisch. Ein Widder, stolze fünfeinhalb Kilo schwer, wildfarben. Die Tiere mit den Schlappohren haben ein besonders ruhiges Gemüt, erklärt der Richter. Im Kleinformat, als Zwergwidder, sind sie beliebte Anfängertiere und auch für Kinder gut geeignet. Ganz wichtig beim Widder: Die Ohren. Das Erkennungsmerkmal der Tiere. Röse legt den Zollstock an, misst 42 Zentimeter. So muss es sein. Großkaninchen wie die Widder oder die Riesenschecken vom Rosdorfer Vereinsvorsitzenden Thomas Menneke sind heute seltener geworden. „Das liegt wohl am Platzbedarf der Tiere”, sagt Janisch. Die Wertungsrichter sehen heute häufiger kleine und mittelgroße Rassen. Obwohl: “Die Nachfrage nach Kaninchenfleisch steigt wieder”, sagt Bosold, der selbst auch züchtet.

Der Kaninchenzuchtverein F128 Rosdorf öffnet am Sonnabend, 4. und Sonntag, 5.November von 10 Uhr – 17 Uhr im Gemeindezentrum Rosdorf seine Kaninchenausstellung. Es werden rund 200 Kaninchen aus 20 Rassen und Fehlschlägen präsentiert. Besucher können am Sonnabend von 14 Uhr bis 15 Uhr mit einem sachverständigen Rassekaninchenzüchter alle Fragen um Haltung, Pflege und Gesundheit erörtern.

Von Britta Bielefeld

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