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Rosdorf Vier kamen früher frei
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00:17 26.12.2016
Justizvollzugsanstalt Rosdorf: Vier Gefangene wurden zur Weihnachtszeit vorzeitig aus der Haft entlassen. Quelle: Heller (Archiv)
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Rosdorf

Doch die Gnade des Staates hat enge Grenzen. Ausgeschlossen von der Amnestie sind Gefangene, gegen die während der laufenden Strafhaft nach dem 30. Juni 2016 ein Arrest als Disziplinarmaßnahme verhängt worden ist, erklärt Ehsan Kangarani, Sprecher des Justizministeriums. Auch Häftlinge, die nach dem 30. Juni entwichen oder vom Urlaub, Ausgang, Freigang oder von einer Strafunterbrechung nicht oder mit erheblicher Verspätung zurückgekehrt sind, können auf keine vorzeitige Entlassung zum Fest ebensowenig hoffen wie Gefangene, die wegen vorsätzlicher Tötungs- oder Sexualdelikte in Haft sind. Und Häftlinge, denen zur Last gelegt wird, während des Vollzuges oder während einer Strafunterbrechung eine Straftat begangen zu haben, sind ebenfalls chancenlos.

Außerdem müssen sich die Gefangenen mindestens seit 1. August 2016 ununterbrochen in Haft befinden. In Tagen ausgedrückt, sieht der Hafterlass sehr sparsam aus: Die reguläre Entlassung der Amnestie-Kandidaten muss in der Zeit vom 2. Dezember 2016 bis zum 2. Januar 2017 - beide Tage eingeschlossen – anstehen. Weil die Amnestierten zum 2. Dezember freigelassen wurden, beträgt der Hafterlass maximal 31 Tage – oder aber keinen einzigen Tag. Die Amnestierung setzt zudem voraus, dass der Leiter der Justizvollzugsanstalt die Entlassung befürwortet, der Gefangene mit der vorzeitigen Entlassung einverstanden ist und Unterkunft und Lebensunterhalt sichergestellt sind. 

Die weitaus meisten Gefangenen bleiben also auch über Weihnachten in Haft. In der Justizvollzugsanstalt Rosdorf bemüht sich die Anstaltsleitung, trotz aller Einschränkungen für die Häftlinge eine weihnachtliche Atmosphäre zu schaffen, sagt JVA-Sprecher Manfred Fiedler. So seien die Gruppenräume mit Weihnachtsbäumen geschmückt. Und in den vergangenen Wochen habe es für alle Gefangenen Adventsfeiern gegeben – organisiert durch Bedienstete und dem Seelsorger-Team. „Die Feiern“, erklärt Fiedler, „wurden von Gefangenen aller Konfessionen besucht, für jeden Teilnehmer gab es einen gut bestückten Adventsteller.“

Zudem hätten viele Gefangene auch ihre Hafträume weihnachtlich ausgeschmückt. Fiedler: „Die Sicherheitsbestimmungen gelten natürlich weiter, aber auch unter den eingeschränkten Möglichkeiten wird eine weihnachtliche Stimmung erzeugt.“

 An allen Weihnachtstagen gibt es auf den Stationen längere Aufschlusszeiten, „damit die Gefangenen die Möglichkeit haben, beisammen zu sein und auch die Trennung von ihren Familien zu bewältigen“, meint Fiedler. Am Heiligabend gibt es einen Weihnachtsgottesdienst. Und auch der Speiseplan wird festlich: Am Heiligabend wird Schlesische Bockwurst mit Kartoffelsalat serviert, dazu bekommt jeder einen Weihnachtsstollen. Am ersten Weihnachtstag gibt es zum Mittagessen Entenkeule, am zweiten Weihnachtstag Wildgulasch.

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