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200 Metaller zeigen in Duderstadt ihre Hörner

Festival im Jufi 200 Metaller zeigen in Duderstadt ihre Hörner

"Duderstadt, zeigt mir Eure Hörner“, brüllt der Sänger von der vernebelten Bühne. Sofort streckt sich ihm ein Meer von Armen entgegen.

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Organisatoren und erster Live-Act des Duderstädter Underground-Festivals: Infailtration.

Quelle: EF

Mit geballten Fäusten, von denen sie zwei Finger wie Teufels-Hörner abspreizen, reagieren die Zuschauer auf die Ansage. Die Szene spielt sich in der Sporthalle des Jugendfreizeitheim (Jufi) Duderstadt ab. Dort haben am Sonnabend vier Bands ihre Version extremer Metal-Musik gespielt. Und 200 zumeist langhaarige Besucher haben einen ganzen Abend lang mit ihnen gefeiert.

Kaum einer im Publikum trägt helle Kleidung, die Farbe schwarz dominiert. In der Halle ist es düster, nur das Bühnenlicht wirft ein paar bunte Lichtreflexe in den Raum. Dunkel sind die Farben, die zu der lauten Musik passen. Death- und Thrash-Metal gibt es an diesem Abend im Jufi zu hören. Der martialische Sound dröhnt aus mit Tarnnetzen abgehängten Lautsprechern. Verzerrte Gitarren, rasend schnelle Schlagzeug-Beats und ein Gesang, der sich für manche wohl anhört, als ob ein Tier geschlachtet wird.

Infailtration, die erste Band an diesem Abend, ist Vertreter dieses extremen Musik-Genres. Die fünf Musiker aus Worbis und Göttingen haben den Abend organisiert, ein kleines Underground-Festival von Musik-Fans für Musik-Fans. Es ist das dritte Mal, das der „Metal Winter“ im Duderstädter Jugendzentrum stattfindet. „Göttingen und Kassel haben ihre Szene, Heiligenstadt und Worbis auch. Wir wollten auch mal was für die Leute hier aus der Umgebung machen“, erklärt Infailtration-Bassist Christian Hartung.

Das Publikum scheint es dankbar anzunehmen. Nur sel ten noch finden in Duderstadt Konzerte dieser Größenordnung statt. Metal-Fans müssen weit fahren, um ihre Lieblingsbands live zu sehen. Hier ist das anders. Der „Metal Winter“ scheint inzwischen einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Metaller zu haben. Fast doppelt so viele Gäste wie beim ersten Konzert vor drei Jahren sind gekommen, aus Osterode, aus Northeim, aus Göttingen und natürlich auch aus Duderstadt. Es sind Freunde und Fans, die „ihre“ Bands unterstützen wollen.
Nach Infailtration stehen Sanitys Dawn auf der Bühne. Manch ein früherer Fan ist überrascht. Von dem gurgelnden Sound, mit dem die Grindcore-Band aus Hannover einst bekannt wurde, ist nichts mehr geblieben. Stattdessen feuern die Musiker eine Hass-Salve nach der nächsten ins Publikum. Hier herrscht pure Aggression – allerdings nur in der Musik. Vor der Bühne wird gemeinsam getanzt, gelacht und getrunken.

So ist das auch bei Zero Degree. Die Band aus Nordhausen ist mit sechs Musikern angetreten. Mit Keyboard und Gitarren schaffen sie einen unglaublich dichten Sound. Es fühlt sich an, wie eine große, drückende Wand. Und wer glaubt, das Metal-Musik ohne Melodien ist, wird hier eines Besseren belehrt.

Hauptband an diesem Abend sind alte Bekannte in Duderstadt: The Atmosfear. Seit 15 Jahren leben die Musiker um Frontmann Olle Holzschneider ihre Vision von Metal-Musik. „Es ist schon cool, mal wieder hier zu spielen“, sagt Gitarrist Andy Wendlandt vor dem Auftritt.
Erst vor kurzem haben The Atmosfear ihr neues Album „The world is grey“ mit dem gleichnamigen Song und weiteren düsteren Lyrics wie „Sodomized“ oder „Isolation“ aufgenommen. Beim Metal Winter servieren sie ihre neuen Lieder den Duderstädter Fans live. Und die danken es der Band mit dem obligatorischen Metal-Gruß: Mit ausgestreckten Armen und geballten Fäusten zeigen sie wieder ihre Hörner.

[Von Björn Dinges]

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