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58-Jähriger soll Duderstädterin aufgelauert haben

Raubüberfall oder Beziehungs-Hass? 58-Jähriger soll Duderstädterin aufgelauert haben

Die Stimme des Opfers ist kaum zu hören: „Das! Das ist es“, presst die 47-Jährige heraus und zeigt auf  das graue Stück Rohr in der Hand des Richters. Mit diesem Eisenrohr, davon ist sie überzeugt, sei sie am 24. Januar 2012 morgens beim Verlassen ihrer Wohnung in Duderstadt mit mehreren Schlägen niedergestreckt worden.

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Göttingen/Duderstadt. Der Tat angeklagt ist ihr ehemaliger Freund, ein 58-Jähriger aus Alfeld.

Seit Dienstag verhandelt die Schwurgerichtskammer des Landgerichts den Fall. Angeklagt ist versuchter Totschlag. Die Frau hatte schwere Kopfverletzungen und eine Gehirnblutung erlitten. Ein Mittelfinger steht ihr gekrümmt ab, wenn sie gestenreich erzählt. Er war durch einen der Hiebe getroffen und gebrochen worden, als sie ihren Kopf schützte.

Auf der Anklagebank aber sitzt der Falsche, sagt der Angeklagte. Er will an jenem Januartag in Alfeld, seinem Wohnort, Brötchen gekauft haben. Ein Alibi, das er sich konstruiert habe, unterstellt die Staatsanwaltschaft. Überraschend wartete der Verteidiger am ersten Prozesstag mit einem zweiten Alibi auf. Ein Physiotherapeut soll bezeugen, dass er den 58-Jährigen zur Tatzeit behandelt hat.

Hundertprozentig sicher

Doch das Opfer, das als Nebenklägerin auftritt, sagte gestern: „Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass es R. gewesen ist.“ Dabei konnte der Täter nicht leicht erkannt werden. Er habe Jeans, Bundeswehrparka, Sturmhaube, Skibrille und derbe Handschuhe getragen. Einen solchen Parka kenne sie aus dem Keller des ehemaligen Freundes. Und an Größe und Statur, dem schmalen Gesicht und dem Gang – „bei jedem Schritt so ein Wippen“ – will sie ihn erkannt haben. Sie habe noch gesagt „hör auf R., ich habe genug“.

Allerdings: Von dem sofortigen Verdacht gegen den Ex-Freund, von dem sich die Witwe schon im Frühjahr 2011 getrennt habe, der sie aber immer wieder kontaktiert und bei der letzten Begegnung hasserfüllt angesehen habe, steht nichts in der ersten Vernehmung des Opfers durch die Polizei. Im Gegenteil: „Ich kann mir nicht vorstellen, wer das gewesen ist“, notierten die Beamten am Tattag. Erst viel später habe sie auf R. als möglichen Täter verwiesen.

Es kann auch ein Raubüberfall gewesen sein. Der Täter raubte nach den hinterhältigen Hieben die Handtasche und stahl daraus 200 Euro, nicht aber das Handy. Ob sie je das Gefühl hatte, es könne um die Tasche gegangen sein? „Nein!“ Der Prozess wird fortgesetzt.

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Versuchter Totschlag

Der 58 Jahre alte arbeitslose Maschinenbaumeister aus Alfeld, der sich seit Dienstag im Schwurgericht des versuchten Totschlags an seiner 47 Jahre alten Ex-Freundin aus Duderstadt verantworten muss, stand schon einmal im Verdacht, eine Frau, die sich von ihm getrennt hatte, überfallen zu haben.

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