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9. November „sinnhafterer Feiertag“

Bilddungsstätte St. Martin 9. November „sinnhafterer Feiertag“

Sich in die Geschichte einzufühlen und ethische Schlussfolgerungen zu ziehen, dafür ist der frühere Präsident des Niedersächsischen Landtags, Jürgen Gansäuer (CDU), bekannt. Beim St.-Martins-Empfang der Katholischen Bildungsstätte in Germershausen sprach er über den Fall der Mauer, der sich im November zum 20. Mal jährte.

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Für mehr Geschichtsunterricht: Jürgen Gansäuer.

Quelle: Pförtner

Sein Thema: „Deutschland ohne Mauer und Stacheldraht, das war’s ? Die Zukunft gestalten, heißt die Vergangenheit verstehen!“

Viele Deutsche, so Gansäuers Einschätzung, erfassen „Ausmaß und Tiefenschärfe“ des 9. November 1989 nicht. Gansäuer, der nach seinem Eintritt in den Ruhestand ein Geschichtsstudium begann, nannte unter anderem die Hinrichtung des Demokraten Robert Blum am 9. November 1848, die Ausrufung der Republik am 9. November 1918, den Marsch der Naziputschisten auf die Feldherrenhalle am 9. November 1923, die antijüdischen Pogrome am 9. November 1938 sowie Georg Elsners gescheitertes Hitlerattentat vom 9. November 1939. Unter Applaus zog der Christdemokrat das Fazit: „Der 9. November ist der sinnhaftere deutsche Feiertag.“

Die „Freiheitseruption“ in der DDR wäre ohne das Engagement der evangelischen Pastoren und katholischen Pfarrern nicht möglich gewesen, führte Gansäuer aus. Er berichtete aber auch, dass die Protagonisten des Aufbruchs eigentlich nur für Erleichterungen gekämpft hätten. Sie seien „völlig überfordert“ gewesen, als das System dann unerwartet zusammengebrochen sei.

Helden werden Bittsteller

Scharf ging der ehemalige Landtagspräsident mit den Bürgern im Westen ins Gericht. Deren Freundschaft habe abrupt geendet, als es plötzlich ums Geld ging. Aus den „Helden von Leipzig“, seien über Nacht Bittsteller geworden, klagte Gansäuer bitter. Unter kräftigem Beifall forderte er, dass „die Aufteilung der deutschen Welt in Ost und West“ endlich aufhören müsse.

Und die Lehren aus der Vergangenheit? Niemals wieder dürften Menschen zu „Werkzeugen eines politischen Systems“ werden, das ihr Empfinden für die Leiden anderer abstumpfe, forderte Gansäuer. Leidenschaftlich bekannte sich der Christdemokrat zur Bundesrepublik. Nie seien die Deutschen so frei und wohlhabend gewesen. Nie hätten sie so lange in Frieden gelebt. Damit junge Menschen auch diese Schlussfolgerungen ziehen könnten, forderte Gansäuer mehr als eine Stunde Geschichtsunterricht in der Woche. Außerdem solle jede Schulklasse einmal in das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen fahren. Der Gastgeber des Abends, Augustinerpater und Bildungsstättendirektor Lukas Schmidkunz, zeigte sich äußerst begeistert von den Ausführungen Gansäuers.

mic

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