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Advent im Kloster: Menschen kommen zur Ruhe

Liebfrauenkirche Advent im Kloster: Menschen kommen zur Ruhe

Besinnlich wird die Adventszeit im Ursulinenkloster in Duderstadt begangen. Während an anderer Stelle Wohnhäuser manchmal aussehen wie Disneyland bei Nacht – ein winkender Weihnachtsmann und ein wackelndes Rentier, Girlanden und blinkende Lichterketten einmal quer um das Dach des Hauses gelegt – sieht die Einstimmung auf das Weihnachtsfest bei den Ursulinen anders aus, erklärt Schwester Ingeborg Wirz, Oberin des Klosters.

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Beginn der stillen Zeit im Ursulinenkloster: Oberin Ingeborg Wirz und Manfred Schneegans schließen ein Tor in der Liebfrauenkirche.

Quelle: OT

Hier wird weitgehend auf Lichterketten verzichtet und auf Kerzen zurückgegriffen. „Der Hausmeister schneidet Tannenzweige, die geflochten und mit getrockneten Früchten aus dem eigenen Garten verziert werden“, sagt die Oberin. Hier ist die Adventszeit eine besinnliche Zeit. Die Schwestern möchten zur Ruhe kommen.

Messen im Schein von Kerzen

Aber auch kirchengeschichtlich hat dieBesinnlichkeit einen Ursprung: Man bereitet sich auf das Kommen des Herrn vor. „Im Ursulinenkloster werden in der Adventszeit sogenannte Roratemessen abgehalten“, beschreibt Schwester Ingeborg. Das seien frühmorgendliche Heilige Messen im Schein von Kerzenlicht. Die Gläubigen sollen zur Ruhe kommen.
In den Messen hat der Rorateruf, „Rorate caeli desuper“ („Tauet, Himmel, von oben“), eine besondere Bedeutung. Er symbolisiert die Erwartung des Volkes nach der zweiten Ankunft des Herrn. In dieser Zeit werde im Kloster auch mehr gesungen, und in den Stundengebeten würden vermehrt Texte aus dem Alten Testament behandelt.
Als symbolischer Akt wird zum ersten Advent ein Tor in der angrenzenden Liebfrauenkirche geschlossen, die stille Zeit beginnt. „Nach christlichem Brauch sollen in dieser Zeit keine großen Veranstaltungen stattfinden und keine Feste gefeiert werden“, erläutert die Oberin. Heute sehe man das nicht mehr so eng. Früher war die Adventszeit sogar Fastenzeit, die die Kirche auf die Tage zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Erscheinungsfest am 6. Januar, festlegte.

Blick auf Krippenszene

An Weihnachten wird das Tor wieder geöffnet, und der Blick auf die große hölzerne Krippenszene, die die Schwestern in der Adventszeit unter dem Gekreuzigten aufgebaut haben, wird freigegeben.

Aber auch ganz weltliche und praktische Dinge halten Einzug in das klösterliche Leben in der Adventszeit. Karten werden geschrieben und wie immer, pünktlich zu Weihnachten, werde das „St.-Ursula-Schiff“, ein Heft über alles, was im vergangenen Jahr im Kloster passiert ist, fertiggestellt, erklärt die Schwester. Mit einem Weihnachtsgruß der Klosterschwestern werde das Heft an Freunde und Bekannte, an alle dem Ursulinenkloster verbundene Menschen verschickt, erläutert die Schwester. Weit mehr als tausend Grüße werden in die ganze Welt, nach Österreich, Australien, Polen Südamerika, Polen oder Rumänien verschickt.

Frauengruppen im Kloster

Auch Frauengruppen kommen das Kloster besuchen, um Tage oder Nachmittage hier zu verleben. „Dieses Jahr kommt eine Gruppe aus Krebeck, eine aus Bilshausen und eine Gruppe aus Duderstadt“, sagt Schwester Ingeborg. „Auch ehemalige Klosterbewohner kehren hierher zurück, um diese Zeit zu genießen.“

Nikoläuse werden gebacken, „immer mit schwarzen Füßen“, die Kekse werden traditionell in Schokolade getunkt. „Außerdem schicken wir der nahegelegenen Justizvollzugsanstalt zu Weihnachten einen Tannenbaum sowie Kaffee und Kuchen, als ein Zeichen von Solidarität“, beschreibt Schwester Ingeborg.

Von Tonie Lenz

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