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Plädoyer für den Pflanzenschutz

Agrarwissenschaftler Andreas von Tiedemann Plädoyer für den Pflanzenschutz

Ein Plädoyer für den Pflanzenschutz hat Professor Andreas von Tiedemann in Germershausen gehalten. Die mangelnde Akzeptanz der modernen Landwirtschaft basiere auf einer „nicht-faktenbasierten Sichtweise“ der Gesellschaft.

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Professor Andreas von Tiedemann.

Quelle: R

Germershausen. „Aufgabe des Pflanzenschutzes ist nicht Ertragssteigerung, sondern vor allem die Sicherung der Ernte“, betonte der Leiter der Abteilung für Allgemeine Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz an der Universität Göttingen. Der erste Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Abwehr des Falschen Mehltaus im Weinbau während des Jahres 1885 sei ein „Wendepunkt in der Geschichte der Hungersnöte gewesen“, so von Tiedemann. Bis dahin habe „die Landwirtschaft nicht sicherstellen können, dass die Ernährung gegeben war“, erläuterte der 60-Jährige, der auf Einladung des Arbeitskreises interessierter Landwirte im Eichsfeld und der Volksbank Mitte seine Ansichten erläuterte.

Weizen, Reis, Mais, Kartoffeln und Sojabohne würden weltweit 80 Prozent der Ernährung abdecken. Ohne Pflanzenschutz ginge pro Jahr im Schnitt rund zwei Drittel ihrer Ernte verloren, durch den Einsatz von Pflanzenschutz lasse sich der Verlust „in etwa halbieren“, nannte der Referent einige Fakten.

Überschätzt würden die Gefahren, die von Pflanzenschutzmitteln ausgingen. So seien von diesen 95 Prozent nicht als giftig klassifiziert, sagte der Agrarwissenschaftler vor rund 100 Zuhörern. Die Forschungs- und Entwicklungskosten für jedes neue Mittel würden rund 250 Millionen Euro betragen. Die Produktion konzentriere sich daher auf wenige Großkonzerne. Ohne Pflanzenschutz „würde die Welt anders aussehen“, spitzte der Gast zu. Die Versorgung mit Obst und Gemüse wäre ziemlich unsicher, Kartoffeln würde es in manchen Jahren gar nicht mehr geben, so zwei Beispiele.

Die kritische Haltung gegenüber entsprechenden Methoden führt er unter anderem darauf zurück, dass viele Menschen „einen großen Abstand zur Landwirtschaft haben“. Wenn die Produktivität in der Landwirtschaft nicht erhöht werde, sei angesichts der prognostizierten Zahlen für die Bevölkerungsentwicklung nicht sichergestellt, im Jahre 2050 alle Menschen auf der Welt adäquat ernähren zu können.

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