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Drei Jahre für Handel mit Marihuana

Amtsgericht Duderstadt Drei Jahre für Handel mit Marihuana

Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren hat Richter Michael Pietzek am Amtsgericht Duderstadt einen 34-jährigen Ivorer verurteilt. Er sah es als erwiesen an, dass der Mann gewerbsmäßig mit Betäubungsmitteln gehandelt habe. Verhandelt wurden zwei Fälle aus den Jahren 2015 und 2017.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. „Ich bin kein Händler und kein Dealer“, beteuerte der Angeklagte mehrfach. „Ich bin nur ein Raucher.“ Doch die bei ihm gefundenen Mengen würden dagegen sprechen, erklärte die Staatsanwältin. So seien bei einer Durchsuchung des Angeklagten und seiner Wohnung in Adelebsen am 7. Juni 2015 insgesamt 95,87 Gramm Marihuana gefunden worden. Bei einem Wirkstoffgehalt von 12,7 Prozent sei die Menge von 12,18 Gramm des Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten, wie die Analyse beim Landeskriminalamt (LKA) ergeben habe. Wegen der Definition einer Konsumeinheit mit 0,015 Gramm, habe der Angeklagte also 812 Konsumeinheiten besessen.

Mehr als 6.000 Konsumeinheiten

Am 29. März 2017 habe der Angeklagte erneut Besuch von der Polizei erhalten, berichtete die Staatsanwältin. Bei einer Durchsuchung seines Zimmers in der Flüchtlingsunterkunft in Wollershausen seien 1425,12 Gramm getrocknetes Material an Cannabis / Marihuana in Form von Blüten entdeckt worden. Während der Analyse beim LKA sei ein Wirkstoffgehalt beim Rauchen von 5,5 Prozent ermittelt worden. Die so festgestellten 78,38 Gramm THC entsprächen 5255 Konsumeinheiten.

Allein der Besitz einer solchen Menge an Betäubungsmitteln sei in beiden Fällen strafbar, erklärte die Staatsanwältin. Es bleibe also die Frage, ob diese erworben wurden, um sie gewinnbringend zu verkaufen. „Ich habe sie nicht gekauft“, sagte der Angeklagte. 2015 habe er den Beutel auf dem Wilhelmsplatz gefunden. Er sei jemandem in der Menge heruntergefallen. Und auch 2017 sei er nur zufällig an die Tasche mit den Betäubungsmitteln geraten. „Ich habe sie gestohlen“, sagte er. Er habe am Bahnhof in Göttingen auf einen Bus gewartet, als er beobachtete, wie zwei Männer aus einem anderen Bus ausstiegen, eine Tasche unter den Blumen versteckten und fortgingen. Da habe er nachgeschaut und die Tasche an sich genommen. Allerdings erklärte die Staatsanwältin, dass kein Raucher sich für den Eigenbedarf eine solche Menge zu Hause hinlege, denn das Material verliere mit der Zeit seine Wirkung. Deshalb sehe sie die Angaben des Angeklagten zum Auffinden als eine Schutzbehauptung an. Denn außer den Betäubungsmitteln seien 190 Euro in szenetypischer Stückelung sowie eine Feinwaage gefunden worden. 

Weiche Droge nicht verharmlosen

Auch der Richter beurteilte die Menge als zu groß für den Eigenverbrauch, wie er in der Erklärung zum Urteil mitteilte. Darüber hinaus seien die Betäubungsmittel zu einem großen Teil in kleine Päckchen verpackt gewesen. Und die Verpackung  sei 2015 und 2017 die gleiche gewesen. Da liege es unter lebensnaher Betrachtung auf der Hand, dass von einem Handel auszugehen sei. In beiden Fällen sei höchstprofessionell vorgegangen worden. Mit seinem Urteil kam der Richter dicht an die Forderung der Staatsanwaltschaft von drei Jahren und drei Monaten heran. Die Verteidigung hatte für eine mildere Strafe von einem Jahr, eventuell zur Bewährung, plädiert – unter anderem, weil es sich bei Marihuana um eine sogenannte weiche Droge handele. Doch wie Pietzek erklärte, dürfe auch eine Einstiegsdroge wie Cannabis nicht verharmlost werden. Außerdem sei der Angeklagte nicht geständig gewesen. Nach dem Verfahren wurde dieser zurückgebracht in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf, in der er seit 30. März in Untersuchungshaft saß.

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