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Anneliese Böttke aus Gieboldehausen wird 100 Jahre alt

Heute Geburtstag Anneliese Böttke aus Gieboldehausen wird 100 Jahre alt

Anneliese Böttke feiert am heutigen Freitag in Gieboldehausen ihren 100. Geburtstag. Telse Wenzel und Victoria Lüder haben sie vor dem Fest in ihrer Wohnung im St. Laurentius-Haus besucht.

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Damals und heute: Anneliese Böttke als junge Krankenschwester und heute in ihrer Wohnung im St. Laurentius-Haus.

Quelle: Lüder

Gieboldehausen. Anneliese Böttke gibt nicht gerne Dinge aus der Hand. Seit sieben Jahren lebt die gebürtige Hannoveranerin im St. Laurentius-Haus und schon die Besichtigung damals hat sie selber organisiert. „Das wäre was für mich“, dachte sie sich und wählte ihre jetzige Wohnung aus. Hier stehen ihre eigenen Möbel, liegen die Decken, die sie gestickt hat.

Vieles in ihrem kleinen Haushalt macht sie noch selber, sagt Betreuerin Annerose Dornieden. Waschen, Bügeln, Wäsche aufhängen. Trotz des Rollstuhls. Dornieden bittet immer wieder vergebens, Böttke möchte ihr doch Bescheid sagen. „Das kann ich doch machen.“ Aber Böttke hat 40 Jahre lang als Krankenschwester gearbeitet. Sie war es, die sich um andere gekümmert hat. Und wenn Dornieden behutsam das Haar fürs Foto richtet, sagt Böttke trocken: „Nun machen Sie mal nicht so vorsichtig. Am Kopf tut mir nichts weh.“

Ihre Lebensgeschichte erzählt sie in kurzen Sätzen . Es fällt ihr schwer, sich an die genaue Reihenfolge der Stationen zu erinnern. Und dann glaubt sie wohl auch, ihre eigene Geschichte sei nicht so wichtig. 30 Jahre lang hat Böttke mit einer Krankenschwester zusammengewohnt. Nach dem Krieg unter anderem ein Krankenhaus geleitet. Mann und Kinder hat sie nicht. 17 Mal ist sie umgezogen, früher viel gereist. Auf die Frage „Wie sind sie denn nach Gieboldehausen gekommen?“ antwortet sie: „Mit dem Auto.“ Dann lacht Böttke und tauscht mit Dornieden einen Blick. „Einmal am Tag muss gelacht werden“, sagt die Betreuerin wie zur Erklärung. Das haben die beiden so verabredet, und täglich kümmert sich eine von ihnen darum, dass der Vorsatz eingehalten wird. Böttke mag nicht mehr so gut hören, aber schlagfertig und gewitzt ist sie auch in hohem Alter.

Über die schweren Zeiten in ihrem Leben will sie nicht sprechen. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie als Krankenschwester in Krakau und Athen. Fragt man nach, lehnt sich Böttke auf ihrer kleinen blauen Bank zurück und winkt ab,  als wolle sie die Erinnerung wegwischen.
Auf dem Tisch liegt aufgeschlagen ein großes Fotoalbum. Die Bilder sind unsortiert, liegen lose zwischen den Seiten und auf dem Tisch. Aus einem kleinen Haufen schaut eine Schwarz-Weiß-Aufnahme hervor: Eine Frau um die 30 in Schwestern-Kleidung lächelt in die Kamera. Ob sie das sei. „Ja, das war ich mal“, sagt Böttke. Wieder ein kleiner Scherz.

Sie hält die Aufnahme hoch, weil es die Fotografin eben so möchte. Sich selber in den Mittelpunkt zu stellen, liegt ihr nicht. „Den ersten Teil haben Sie geschafft“, sagt Dornieden. „Was kommt denn noch?“ fragt Böttke neckend zurück. In Wahrheit kennt sie das Programm: Erst das Fest im Speisesaal mit den Bewohnern des St. Laurentius-Hauses, dem Landrat und Pfarrer. Später das Essen mit rund 30 Verwandten. Heute steht Böttke im Mittelpunkt. Auch wenn sie vielleicht zu bescheiden ist, um darauf Wert zu legen.

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