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Audiovisuelle Einblicke in das Leben Astrid Lindgrens

Präsentation im Duderstädter Rathaus Audiovisuelle Einblicke in das Leben Astrid Lindgrens

Die Romanfiguren Pippi Langstrumpf, Karlsson vom Dach, Ronja Räubertocher und die Kinder von Bullerbü sind weltberühmt. Über das Leben und Schaffen ihrer Erfinderin Astrid Lindgren referierte der NDR-Moderator Peter von Sassen in einer multimedialen Schau im Duderstädter Rathaus.

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„Astrid Lindgren – ganz persönlich“ von und mit Peter von Sassen im Historischen Rathaus.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Kurzer Pagen-Haarschnitt, helle, tiefgründig blickende Augen, schmales Lächeln – so kennen die Leser Astrid Lindgren von den Porträts im Einband ihrer Bücher. Doch wer verbirgt sich hinter diesem weltbekannten Frauengesicht? Bevor Peter von Sassen Einblicke in die Kindheit der 1907 bei Vimmerby geborenen Astrid Ericsson gab, hat er einiges über die Schwierigkeiten, aber auch die glücklichen Zufälle verraten, die seiner Multimedia-Schau vorausgegangen waren. „Man muss für so ein Projekt Menschen finden, die einem helfen“, sagte von Sassen und nannte die Lindgren-Tochter Karin Nyberg, den Redakteur und Filmemacher Erwin Neu, die Illustratorin Katrin Engelking und einige weitere Unterstützer, die mit Bild- und Filmmaterial, Informationen, Erinnerungen – und manchmal eben mit einem einfachen Hausschlüssel, der Türen öffnete – das Astrid-Lindgren-Projekt ermöglichten.

Bereits 1993 hatte der NDR-Moderator eine letzte große Reportage über die schwedische Autorin gedreht, damals schon zusammen mit Erwin Neu. Er hatte Astrid Lindgren als betagte Dame kennengelernt und mit seinem Team in der einfachen Lindgrenschen Küche ein Abendmenü gekocht. Die Fotos aus jener Zeit zeigen einen Esstisch mit Filmcrew, Astrid und Tochter Karin, dann eine tanzende 87-Jährige mit den vielen Falten eines bewegten Lebens im Gesicht. „Astrid war eine bescheidene, warmherzige Frau“, erzählte von Sassen den rund 100 Gästen im Rathaus und zeigte Bilder von der Stadtwohnung in Stockholm, in der die Schriftstellerin mehr als 50 Jahre lebte.

Bilder von 1918

Andere Bilder sind viel früher entstanden: Ein Familienfoto der Ericssons im Jahr 1918, auf einem anderen trägt die junge Astrid schon Kurzhaarfrisur und einen Herrenanzug. Depressionen folgten auf eine ungewollte Schwangerschaft und heimliche Entbindung. Ein weiteres Bild zeigt eine elegant gekleidete Astrid, die als Journalistin und Sekretärin ihren Lebensunterhalt bestreiten konnte. An der Hand ihr Sohn, den sie zu sich holte, als er vier Jahre alt war. Ihr geliebter Mann Sture Lindgren starb früh.

Immer wieder hat von Sassen Impressionen aus Schweden einfließen lassen, Fotos und Filmaufnahmen, die er bei seinen Reisen aufgenommen hat. Auf sinnliche Weise stellte er die enge Verbindung dar von der realen Welt der Schriftstellerin zu den Figuren, die sie erschaffen hat. Orte fern vom Tourismus, Seen und Wälder Südschwedens, wurden ebenso audiovisuell präsentiert wie Lindgren-Themenparks. Auch das politische Statement der Autorin wurde erwähnt: Ihr Einsatz für Kinderrechte und Tierschutz, gegen Gewalt und Krieg. „Das Leben ist etwas so zerbrechliches, aber das Glück lässt sich nicht aufhalten“, zitierte von Sassen Astrid Lindgren und nannte als ihre beiden großen Quellen die Natur und die Kindheit.

Sabine Holste-Hoffmann, Geschäftsführerin der Theater- und Konzertvereinigung als Veranstalter, bat von Sassen mit seinem nächsten Projekt um eine weitere Vorstellung in Duderstadt. Gern würde er wiederkommen, und es sei auch schon ein Thema in Planung, verriet der Moderator.

Von Claudia Nachtwey

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