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Auf dem Trockenen

Kommentar Auf dem Trockenen

Den beiden Duderstädter Bädern steht das Wasser bis zum Hals. Das Wetter spielt nicht mit, die Besucherzahlen lassen zu wünschen übrig, die Betriebskosten steigen.

Statt positiver Nebenaspekte des Klimawandels bekommt die EWB-Tochter EBB als Betreiber die Auswirkungen des gewandelten Freizeitverhaltens der Fun-Gesellschaft zu spüren. Erlebnisbäder graben der herkömmlichen Schwimmkultur mit Geblubber und Gesprudel das Wasser ab. Man kann der EWB nur dankbar sein, trotz des bei allen Wetter- und Besucherschwankungen hohen Defizits an ihrem Beitrag zur Lebensqualität und Daseinsfürsorge festzuhalten. Hallen- und Freibad sind für eine Kleinstadt ebenso unverzichtbar wie ein Kino.

Aber wie kann man die Bäder über Wasser halten? Eine flexible Lösung, die auch den gewandelten Badegast-Bedürfnissen entgegenkommt, wäre die auf einen Neubau hinauslaufende Zusammenlegung von Frei- und Hallenbad mit Erlebnischarakter am Standort August-Werner-Allee. Dafür müsste man jedoch fluten statt tröpfeln. Umbaupläne hat die EWB seit Jahren in der Schublade, die angesichts des Risikos und der zu stemmenden Millioneninvestition allerdings fest verschlossen sein dürfte. Eine Public-Private-Partnership zur Mobilisierung von Kapital zeichnet sich nicht ab. Stattdessen diskutieren die Kommunen über einen Verkauf oder Tausch von EWB-Anteilen. Weder Harz Energie noch andere potenzielle Käufer würden sich allerdings an den Verlusten der Bäder beteiligen. Mit weniger kommunalem Kapitalanteil müssten die Verluste aus den Restgewinnen der verbliebenen Anteile abgedeckt werden. Dass das verschuldete Duderstadt seinen Verkaufserlös in ein Bäder-Wagnis stecken würde, ist hingegen unwahrscheinlich. Sollte kein Wunder geschehen, bleibt also nur zu hoffen, dass alles beim Alten bleibt und künftig zumindest sonnige Sommer die Freibad-Bilanz wieder etwas aufhellen.

Neu ist das Thema übrigens nicht. Bevor die EWB-Anteile vom Landkreis Göttingen an die Kommunen im Altkreis Duderstadt zurückübertragen wurden, hatte vor zehn Jahren der damalige SPD-Landrat Heinrich Rehbein vorgeschlagen, die Kreisanteile zu verkaufen, um die Sanierung von Westerturm und Rathaus zu ermöglichen. Damals gab es heftigen Gegenwind aus dem Eichsfeld – verbunden mit Sorge um den Erhalt der Bäder.

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Maue Sommer vermiesen Bilanzen

Auch wenn es im langjährigen Mittel wärmer wird: Die Freibäder haben bislang nicht vom Klimawandel profitiert. 2009 war kein gutes Jahr für das Duderstädter Freibad.

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