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Auswanderer-Steele vor Umsturz gerettet

Restaurierter Bildstock wird neu eingesegnet Auswanderer-Steele vor Umsturz gerettet

Er ist rundum restauriert worden und hat ein Fundament bekommen: Der Bildstock an der alten Göttinger Landstraße wird am Donnerstag, 23. September, von Pfarrer Matthias Kaminski neu eingesegnet. Ortsheimatpfleger Gerhard Rexhausen hofft, dass viele Gieboldehäuser zu der Feierstunde um 18 Uhr kommen.

Der laut Rexhausen jüngste Sandstein-Bildstock, der im Flecken Gieboldehausen steht, ist ein Abschiedsgeschenk gewesen. Als Kanonier kämpfte der nach Amerika ausgewanderte Gieboldehäuser Heinrich Ellrott im Sezessionskrieg auf Seiten der Nordstaaten. Nach dem Krieg bekam er im US-Staat New York ein Stück Land unweit der späteren Großstadt Albany zugewiesen und baute sich eine kleine Farm auf, fühlte sich in der „Neuen Welt“ aber offenbar nicht wohl und kehrte nach Gieboldehausen zurück, wo er 1882 starb. Nach seinem Tod verkaufte sein Sohn Heinrich Friederich Ludwig den kleinen Bauernhof in Gieboldehausen und wanderte mit seiner Frau und sechs Kindern nach Amerika aus, um die Farm seines Vaters weiterzuführen. Zum Abschied ließ er 1883 an der Straße nach Wollbrandshausen den Bildstock errichten – samt Gnadenstuhl-Gemälde und der Inschrift „Gewidmet/von / H. Ellrott / Kanonier / und dessen/Sohn/1883“.

In einem kleinen Gehölz fristete die Steele in jüngerer Vergangenheit ein Schattendasein. Bei den Erdarbeiten für die Neutrassierung der B 27 geriet der Bildstock dann auch noch in Schieflage und drohte umzustürzen. Nach Rücksprache mit der Kreisdenkmalpflege wurde die Steele vom Bauhof abgebaut und zwischengelagert. An die Abbaugenehmigung knüpfte die Denkmalpflege die Auflage, den Stein an gleicher Stelle wieder aufzubauen. Da die Gemeinde kein Geld dafür zur Verfügung hatte, nahm sich der Heimat- und Verkehrsverein in Zusammenarbeit mit Rexhausen der Sache an. Dank einer Sparkassen-Spende und kostenloser Unterstützung von Handwerksbetrieben konnte der Bildstock restauriert und wieder aufgebaut werden.

Dafür musste zunächst im Frühjahr dieses Jahres ein ausreichendes Fundament gegossen und der Höhe der Straße angepasst werden. Denn der zuvor direkt dem Erdreich aufgesetzte Sockel stand mehr als einen Meter unterhalb des Straßenniveaus. Nach dem Neuaufbau wurde der Bildstock zunächst mit Kieselsäure imprägniert, anschließend farblich gestaltet. In Anlehnung an das Original schuf der Gieboldehäuser Heimatmaler Josef Hartmann, der inzwischen im Künstlerdorf Worpswede wohnt und zur Einsegnung kommen will, ein neues Gnadenstuhl-Gemälde für die Bogennische auf der Vorderseite. Die Fläche um den Bildstock wurde gepflastert, um ihn künftig davor zu schützen, wieder überwuchert zu werden.

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