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Moderatorin schreibt Buch über Tod ihres Bruders

Lesung von Bärbel Schäfer in Duderstadt Moderatorin schreibt Buch über Tod ihres Bruders

In ihrem Buch „Ist da oben jemand?: Weil das Leben kein Spaziergang ist“ schreibt die Fernsehmoderatorin Bärbel Schäfer über den Unfalltod ihres Bruders. Dieser war 2013 nachts auf der Autobahn 9 tödlich verunglückt. Stücke des Buches las sie am Freitagabend im Duderstädter Rathaus.

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Bärbel Schäfer im Alten Rathaus in Duderstadt.

Quelle: Christina Hinzmann

Duderstadt. Die Lesung hatte der Hospizverein Eichsfeld in Kooperation mit der Stadt und der Buchhandlung Mecke organisiert. Lars Bednorz, Lehrer am Eichsfeld-Gymnasium und Mitglied des Hospizvereins, der die Einleitung zur Lesung übernahm, zeigte auf, dass in dem Buch die typischen Trauerphasen beschrieben werden. „Es ist ein Buch über Trauer und Liebe. Liebe zu ihrem Bruder, aber auch zu den Menschen, die sie in der Zeit der Trauer unterstützt haben“, sagte Bednorz.

Schäfer, die 1998 ihren damaligen Lebensgefährten durch einen Unfall verlor, beschreibt in dem Buch ihre Gefühle, nachdem sie vom Tod des Bruders erfahren hatte. Zudem schreibt sie auch über ihren Vater, der nur wenige Monate nach dem Tod Martin Schäfers einem Herzleiden erliegt.

„Für mein Buchprojekt habe ich mit Menschen verschiedener Glaubensrichtungen gesprochen. Um zu erfahren, wie sie mit dem Tod umgehen“, erklärte die Moderatorin. Vor allem habe sie sich die Frage gestellt, wie es einem gelinge aus der Krise, die der Verlust eines geliebten Menschen hervorruft, wieder herauskomme. Sie habe dabei festgestellt, dass die religiösen Abläufe sich bei den verschiedenen Religionen durchaus ähneln.

Erinnerung an den Bruder erhalten

Zu Beginn der Lesung las sie die Passage ihres Buches, die davon handelt, wie sie gemeinsam mit ihrer Mutter die Unfallstelle an der A9 besucht und dort Blumen ablegt. „Ich klettere über die Leitplanke, ein Lkw hupt und rauscht weiter. Schwer atmend laufe ich, die bunten Blumen in der Hand und mit einem Kloß im Hals, den Abhang hinunter“, schreibt sie in ihrem Buch. Den Besuchern im Bürgersaal gewährte Schäfer auch ganz persönliche Einblicke in ihre Erinnerungen an ihren Bruder. „Plötzlich ist Bruderland ausgelöscht“, sagte sie. Rückblickend sei auch der Ärger über manche Situation verblasst und sie wünsche sich Geschwisterstreitigkeiten zurück. Außerdem seien durch den plötzlichen Tod viele Dinge unausgesprochen geblieben.

Trost und Halt haben ihr nach eigenen Angaben in dieser schweren Zeit vor allem ihr Ehemann Michel Friedmann und die beiden Söhne gegeben. Unter anderem habe einer ihrer Söhne ihr sein Kuscheltier geliehen. Das solle seine Mutter begleiten, während er in der Schule war. Denn der Alltag habe trotz der Trauer um den Bruder weitergehen müssen.

„Wichtig war mir auch, über meinen Bruder zu sprechen. Denn ein Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr über ihn spricht“, sagte Schäfer. Ihre Erfahrung sei, dass die Trauer um einen geliebten Menschen einen zunächst einsam mache, aber dann auch eine Chance für Veränderungen darstelle. „Wir sollten das Geschenk des Lebens annehmen“, wandte sie sich an die Zuhörer. Im Anschluss an die Lesung signierte die Moderatorin Bücher und sprach über das Buch mit einzelnen Gästen.

Von Vera Wölk

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