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Bayerisches Baby nach Nixe Rhuma benannt

Namensgebung Bayerisches Baby nach Nixe Rhuma benannt

„Meinten sie Rheuma?“, fragt die Internet-Suchmaschine Google bei der Eingabe Rhuma und spuckt neben der Rhumspringer Nixe ein ayurvedisches Rhuma-Öl aus. Doch im oberbayerischen Alpenvorland gibt es jetzt ein Baby namens Rhuma.

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In Rosenheim geboren: Rhuma Ossisa Rogge.

Quelle: EF

Bevor das Mädchen nach der Rhumspringer Sagengestalt benannt werden konnte, mussten die Eltern allerdings die Standesbeamten in Rosenheim von der Legitimität des Namens überzeugen – mit Unterstützung aus dem Eichsfeld.

Der frischgebackene Vater Martin Rogge hat ein Faible für Brauchtum und Mythologie der alten Germanen. Als Bundespolizist kennt der 39-Jährige Duderstadt und das Eichsfeld. An die Rhumequelle nach Rhumspringe geführt hat ihn das so genannte Osterwasser-Schöpfen, das nichts mit dem ebenfalls als Osterwasser bezeichneten Taufwasser der katholischen Kirche zu tun hat, sondern ein Brauch aus heidnischer Zeit ist.

An der Rhumequelle stieß Rogge auch auf die Sage der Nixe Rhuma und des Riesen Romar. Da ihn der Name Rhuma ebenso ansprach wie seine Frau, wollten sie ihre am 26. Oktober im Geburtshaus in Rosenheim geborene Tochter nach der Rhumspringer Sagengestalt benennen: Rhuma Ossisa Rogge. Zuvor hatte das Standesamt Rosenheim allerdings zu prüfen, ob der Name zulässig ist. Und das war nicht ganz einfach.

Geburtseintrag von 1936

Martin Rogge telefonierte mit Katharina Böning, die als amtierende Nixe Rhuma die Gemeinde Rhumspringe repräsentiert, und kontaktierte die Gemeinde selbst. Dort konnte ihm Christiane Hummel weiterhelfen, die das Standesamt der Samtgemeinde Gieboldehausen und die Gesellschaft für deutsche Sprache einschaltete. Ausschlaggebend war schließlich ein Geburtseintrag aus Pöhlde: 1936 wurde in dem zu Pöhlde gehörenden Rhumspringer Ortsteil Rhumequelle in der gleichnamigen Gaststätte eine Johanna Rhuma Christine Wilhelmine geboren. Ihre Geburtsurkunde wurde zusammen mit der Sage ans Standesamt Rosenheim weitergeleitet, das den Eintrag als gutachterlichen Beleg akzeptierte.

Darüber freuen sich mit den Eltern auch Rhumspringes Bürgermeister Franz Jacobi (CDU) und Lutz Kuntzsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gesellschaft für deutsche Sprache. Jacobi will die Namensvetterin der Sagenfigur mit ihren Eltern bei Gelegenheit an die Rhumequelle einladen – natürlich im Beisein von Nixe Rhuma.

Kein Schaden für Kindeswohl

„Rhuma hat eine eindeutige Namensstruktur, schadet dem Kindeswohl nicht und ist schon einmal beurkundet worden“, begründet Kuntzsch die Zulässigkeit des Namens. Die etymologische Erklärung Rogges, dass Rhuma von Ruom (die Ruhmreiche) abgeleitet sei, kann er allerdings nicht bestätigen. Weder Rhuma noch Ossisa seien germanischen oder altdeutschen Ursprungs, sagt Kuntzsch.

Das Standesamt Rosenheim will sich aus Datenschutzgründen nicht zu dem Fall äußern. Prinzipiell ist es aber so, dass bei im internationalen Vornamensbuch nicht enthaltenen Namen ein gutachterlicher Beleg nötig ist. Verweigert ein Standesbeamter den Eintrag, kann am Amtsgericht dagegen Klage erhoben werden. So geschehen auch vor einigen Wochen in Berlin-Charlottenburg. Dort darf ein bekennender Islamist seinen Sohn Jihad nennen. In zwei Instanzen gaben die Richter seiner Beschwerde gegen die Standesbeamten statt, die das Kindeswohl gefährdet sahen. Auf die Motive der Eltern komme es nicht an, argumentierten die Richter.

Von Kuno Mahnkopf

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