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Begrüßungsgeld kehrt als Dankeschön zurück

Ehemalige DDR-Bürger möchten sich für damalige Hilfe in Duderstadt dankbar zeigen Begrüßungsgeld kehrt als Dankeschön zurück

„Als Zeichen unseres tief empfundenen Dankes geben wir heute nach 20 Jahren unser Begrüßungsgeld zurück – mit diesen Worten begrüßten am gestrigen Dienstag Mario und Harald Schimmelpfennig aus Wüstheuterode Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte im Stadthaus. Sie waren – genau wie vor 20 Jahren – am 10. November am Zentralen Platz in Leinefelde mit ihrem Trabi gestartet und nach Duderstadt gefahren, wo sie im Stadthaus eine eindringliche Schilderung ihrer damaligen ersten Fahrt in „den goldenen Westen“ gaben.

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Dankbar: Mario Schimmelpfennig, Wolfgang Nolte und Harald Schimmelpfennig (v. l.).

Quelle: Pförtner

Vater Harald und sein damals 15-jähriger Sohn Mario hatten die Pressekonferenz mit Günter Schabowski am Fernsehgerät verfolgt und machten sich unverzüglich auf den Weg an die Grenze. Zurück blieben die Mutter und der zweite Sohn Timo – „wir wussten ja nicht, wie die Sache wirklich ausgehen würde“, erzählt Schimmelpfennig. Gegen 0.45 erreichten Vater und Sohn Duderstadt, erlebten hier im Ambiente ihre erste Nacht im Westen. Morgens ging es dann zum Stadthaus, wo ihnen je 105 D-Mark ausgezahlt wurden, die sie in Geschenke für die Daheimgebliebenen umsetzten.
Vor der Heimfahrt ging es noch zum Pferdebergturm, Sohn Mario kamen die Tränen. „Ich konnte es gar nicht fassen, dass alle Polizisten, die wir nach dem Weg fragten, so freundlich und hilfsbereit waren, wir kannten doch nur die barschen Volkspolizisten, die man lieber nicht ansprach“, erinnert sich Mario Schimmelpfennig heute.
Spende für Grenzmuseum
Die Rückgabe von Begrüßungsgeld als Zeichen des Dankes für die damalige Hilfe vor 20 Jahren hatte es bereits am Montagabend anlässlich der Wiedereinweihung des Pferdebergturmes gegeben, als Wilhelm Bonda aus Worbis im Schein der Strahler hundert Euro an Bürgermeister Wolfgang Nolte überreichte, der versprach, das Geld für die Umgestaltung des Grenzlandmuseums einzusetzen. Gleich darauf folgte Josef Gotthardt, der ebenfalls seinen Dank aus- drücken wollte und 100 Euro „in den Topf“ gab. Vater und Sohn Schimmelpfennig regten bei ihrem Besuch an, für alle, die wie sie Dank sagen möchten, ein Spendenkonto für das Grenzlandmuseum anzugeben. Es hat die Nummer 138222 bei der Sparkasse Duderstadt.

Von Sebastian Rübbert

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