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Bernshausen: Acht alte Birken an Kreisstraßen-Böschung gefällt

„Keine böse Absicht“ Bernshausen: Acht alte Birken an Kreisstraßen-Böschung gefällt

Für Unmut bei vielen Bürgern und der Gemeinde sowie ein Nachspiel beim Landkreis sorgt die Beseitigung von Straßenbäumen an der Bernshäuser Ortsdurchfahrt. An der Kreisstraße haben Privatleute in dieser Woche acht alte Birken fällen lassen, die das Ortsbild zwischen Feuerwehrhaus, der neuen Tagespflege-Einrichtung und der Kirche geprägt haben.

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Nur eine einsame Birke steht noch: Von privater Hand beseitigt wurden die Bäume an der Kreisstraßenböschung.

Quelle: Thiele

Bernshausen. Wann die Bäume mit einem Stammdurchmesser bis 40 Zentimeter gepflanzt wurden, ist nicht mehr nachprüfbar. Kreis und Gemeinde gehen davon aus, dass das bei der Verlegung der Kreisstraße in den 70-er Jahren geschehen ist. Sicher scheint jedoch, dass die Birken auf Grund und Boden des Landkreises standen.

Die Eigentümer des angrenzenden Baugrundstücks hätten ohne Vorsatz gehandelt, teilt Landkreis-Sprecher Marcel Riethig auf Anfrage mit: „Die Birken sind von einem Anlieger gefällt worden in dem Glauben, es handele sich um Bäume auf seinem Grundstück. Dies ist jedoch nicht der Fall.“

Sowohl beim Kreis als unterer Naturschutzbehörde als auch bei der Gemeinde Seeburg haben sich Bürger über die Kahlschlagaktion beschwert, die jetzt ein Prüfverfahren nach sich zieht. Vertreter des Umweltamtes und des Amtes für Kreisstraßen waren bereits vor Ort. Geprüft wird auch, ob ein Bußgeldverfahren eingeleitet und eine so genannte Wiederherstellungsverfügung erlassen wird.

Welche Bäume dann gegebenenfalls als Ersatz neu gepflanzt werden müssten, ist laut Riethig noch ebenso offen wie die Verhängung eines Bußgeldes. Laut Bußgeldkatalog seien pro Baum 80 bis 4000 Euro möglich, bei der Bußgeldhöhe komme es immer auf die konkrete Bewertung des Einzelfalls an. Das Holz der gefällten Bäume bleibe Eigentum des Kreises, eine Aneignung als Brennholz wäre ein Eigentumsdelikt.

Kritik an der Baumfällung

Kritik an der Baumfällung ohne Genehmigung übt auch Gemeinde-Bürgermeister Harald Finke (CDU). Für die Böschung sei nach Verlegung der Kreisstraße eine Pflegevereinbarung mit der Gemeinde getroffen worden. Grenzsteine seien zwar unter dem Schnee derzeit nicht zu sehen, die Grenzziehung aber eindeutig.

Das sehen die Eigentümer des angrenzenden Grundstücks, die dort bauen wollen und eine Natursteinmauer zur Kreisstraße hin planen, anders –  und verweisen auf die unklare Lage von Grenzsteinen. Zudem befinde sich fast das gesamte Wurzelwerk der Bäume in Hanglage auf dem Privatgrundstück. „Die Beseitigung der Bäume war keine böse Absicht“, betonen sie und kündigen Ersatzpflanzungen an.

Trotz Ratsbeschlusses nicht unumstritten war auch die Beseitigung der ortsbildprägenden Birken am Seeburger Friedhof vor zwei Jahren, nach der der unabhängige Ratsherr Ludwig Pape sein Mandat niederlegte. Die Birken hatte die Gemeinde wegen Beeinträchtigungen der Friedhofskapelle durch Laub und Pollen, den durch Wurzeln beschädigten Friedhofszaun und einer Neukonzeption für das Friedhofs-areal fällen lassen. In diesem Frühjahr sollen dort neue Bäume gepflanzt werden.

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