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Birkner: Grünes Band kann noch scheitern

Stand des Naturschutzprojekts Birkner: Grünes Band kann noch scheitern

Das Grüne Band Eichsfeld-Werratal steht auf der Kippe. Das Naturschutz-Großprojekt, das entlang eines 130-Kilometer-Teilstücks des früheren Grenzstreifens wertvolle Naturflächen verbinden soll, steht und fällt mit der Zustimmung betroffener Land-eigentümer. Das macht Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner (FDP) deutlich.

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Gesäumt von landwirtschaftlichen Flächen: das Grüne Band entlang des früheren Grenzstreifens bei Duderstadt und Ecklingerode.

Quelle: EF

Seeburg. Drei Kernaussagen macht Birkner zum Grünen Band: „Erstens: Wir wollen das Projekt. Zweitens: Das geht nur, wenn die Landnutzer mitmachen.“ Das sei auch Vertretern des Landvolks Göttingen bei einem Gespräch im Ministerium gesagt worden, erklärt Birkner im Pressegespräch mit dem Tageblatt. Hier fügt er drittens hinzu: Der Übergang von der Planungsphase in die Umsetzung sei kein Selbstläufer: „Ich meine es ernst, wir werden nicht zustimmen, wenn die Eigentümer nicht dabei sind.“ Niedersachsen ist – gemeinsam mit Hessen, Thüringen und dem Bund – einer der Geldgeber des Zehn-Millionen-Euro-Projekts.

Träger des Vorhabens ist die Heinz-Sielmann-Stiftung. Birkner schaltete sich jedoch ein, als Landwirte aus dem Landkreis Göttingen protestierten und seitdem den Widerstand organisieren. Sie fühlen sich durch das Grüne Band in ihrer Existenz bedroht. „Das muss man ernst nehmen“, sagt Birkner und sieht Probleme in der Kommunikation des Projekts.

Hier will er vermitteln. Beim Besuch des Göttinger Landvolks habe er gemerkt, dass das Grüne Band zu scheitern drohe. Bei der Sielmann-Stiftung in Duderstadt habe er erklärt, es gehe nur mit den Landwirten. „Und wenn ich selbst ein Kriterium definiere, bin ich in der Pflicht“, begründet Birkner sein Engagement.

Der 39-jährige Jurist gilt als ruhig und sachlich. Entsprechend startet er seinen Rettungsversuch für das Grüne Band. Die zuständige Referatsgruppe stelle gerade zusammen, welche Flächen betroffen und wer die Eigentümer seien. Dann werde festgestellt, wo es kritisch sei und wo die Probleme lägen, um dann Gespräche zu führen. Existenzangst sei ein gravierendes Argument und im Einzelfall zu lösen. „Da muss es Möglichkeiten geben, zum Beispiel in dem andere Flächen zur Verfügung gestellt werden“, so Birkner.

Davor muss jedoch Vertrauen geschaffen werden. Die Landwirte fürchten durch geplante Naturschutzmaßnahmen eine faktische Enteignung ihrer Flächen. Wie reagiert der Minister darauf? „Im Moment geht es darum, über jede einzelne Fläche zu verhandeln und zu gucken, wie das Grüne Band am Ende aussehen könnte.

Was bei der Ausweisung weiterer Flächen für Naturschutzgebiete eventuell in 15 oder 20 Jahren passiert, dazu kann sich jetzt noch niemand festlegen. Das wäre nicht seriös. Wir müssen einfach weiter im Dialog bleiben“. Durch eine öffentliche Debatte entstehe aber ein Rechtfertigungsdruck für alle Seiten.

Das könne durch Strukturen gefördert werden, verweist er auf ein vergleichbares Projekt bei Hannover. Dort sei Landwirten in einem Gremium quasi ein Vetorecht eingeräumt worden. „Da sind jetzt einige der größten Kritiker mit dabei“, berichtet er.

Schlussfrage: Kann das Grüne Band noch scheitern? „Ja“, sagt Birkner knapp. Einen Tipp, ob das Grüne Band Eichsfeld-Werratal umgesetzt wird oder nicht, gibt er nicht ab.

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Protest mit Treckern

Nicht nur der Bundespräsident und Niedersachsens Ministerpräsident kommen am Donnerstag, 11. April, nach Duderstadt, sondern zuvor auch Bauern aus drei Bundesländern. Sie beteiligen sich – mit und ohne Trecker – an einer Demonstration gegen das Naturschutz-Großprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal.

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