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Brehme-Durchfluss an Stadtmauer entdeckt

Fund bei Bauarbeiten Brehme-Durchfluss an Stadtmauer entdeckt

Wo ungefähr eine der Lebensadern der Stadt verlief, das wusste man – jetzt weiß man es ziemlich genau. Im Zuge der Bauarbeiten zum Schützenmuseum am Westerturm ist das alte Bett der Brehme gefunden worden.

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Grabung: Beim Bau des Schützenmuseums ist der alte Durchfluss der Brehme durch die Stadtmauer aufgetaucht.

Quelle: Hellmold

„Mit großer Wahrscheinlichkeit floss sie hier durch die Stadtmauer“, sagt Stephan Sauerland, der archäologische Begleiter des Umbaus. „Das war alles Betonfußboden“, weist Sauerland um sich, „und es wurde schnell klar, dass sich da ein Gewölbe abzeichnet.“ Etwa drei bis vier Meter vom Westerturm entfernt ist der obere Rand eines Nischenbogens zu sehen, dort soll der Fluss die Mauer passiert haben.

„Das Flussbett konnten wir nicht fassen, dafür müsste man tiefer graben“, erläutert der 41-Jährige. Denn das ursprüngliche Niveau des Wächterganges lag eineinhalb Meter tiefer als der heutige Boden. Erst später wurde es durch Brandschutt aufgefüllt. Die Zeit, um weiter zu graben, bleibt Sauerland jedoch nicht.

Der genaue Lauf dieses Armes der Brehme, die fünf Kilometer südöstlich von Duderstadt entspringt, und der schon im Jahr 1276 offen von der Marktstraße zum Westerturm floss, war unklar, da die Fläche hier seit Mitte des 18. Jahrhunderts überbaut war. Zwischenzeitlich hatte man ihn direkt am Turm vermutet.

„Damit haben wir nicht gerechnet“, beschreibt Bauamtsleiter Manfred Bause. Der wahrscheinliche Brehmedurchfluss soll für künftige Besucher des Schützenmuseums ebenso sichtbar bleiben wie ein weiterer neu erschlossener Teil des Wehrganges, kündigt er an. Sie sollen mit einer begehbaren Glasscheibe versehen werden. „Es passt“, findet Bause. „Die Wehrhaftigkeit der Stadt, die mit dem Schützenwesen eng verknüpft ist, wird in diesen Funden sichtbar.“ Da sei es nur folgerichtig, sie in das neue Museum, das Ende Juli öffnen soll, zu integrieren. Nirgendwo sonst könne man die Höhe des Wehrganges und seinen Verlauf so gut nachvollziehen. Dabei war das Loch in der Brehme wohl ein strategischer Schwachpunkt, vermutet Sauerland. Er geht davon aus, dass die Öffnung entweder vergittert war oder sich dort ein Stauteich zum Betrieb der Vordermühle befand.

Bei den Arbeiten kamen auch andere Stücke ans Licht: So zum Beispiel 16 Münzen, die vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammen. Ansonsten waren es „Knochen, Glassplitter und andere typische Dinge“, erzählt Sauerland. Seine archäologische Begleitung ist fast abgeschlossen. „So, jetzt muss ich noch etwas freikratzen“, sagt er und steigt hinunter an das Mauerwerk. Noch bei den letzten Handgriffen kommt eine Keramikscherbe zum Vorschein. „18. Jahrhundert“, schätzt der Göttinger. Es wird nicht die letzte Überraschung sein, die die Duderstädter Erde noch freigibt.

Von Erik Westermann

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