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Caritas stellt Behinderte in den Blickpunkt

„Kein Mensch ist perfekt“ Caritas stellt Behinderte in den Blickpunkt

Aus Behinderten sind Menschen mit Handicap geworden, aus der Aktion Sorgenkind die Aktion Mensch. Die Sprache ist sensibler geworden, im Alltag sieht das oft noch anders aus. Dafür, dass Menschen nicht auf ihre Behinderung reduziert werden und selbstbestimmt an allen gesellschaftlichen Teilbereichen partizipieren können, macht sich der Caritasverband medienwirksam stark. Unter dem Motto „Kein Mensch ist perfekt“ rückt der katholische Sozialverband nach Senioren und Obdachlosen in der diesjährigen Caritas-Kampange Behinderte in den Blickpunkt.

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Weisen auf die immer noch vorhandene Benachteiligung Behinderter hin: Martina Hesse und Achim Schulze von der Caritas.

Quelle: OT

Dabei setzt der Verband wie schon in den Vorjahren auf Gesichter und Einzelschicksale, auf plakative ironische Brüche, Kinospots und Videos. „Mich stört meine große Nase“ heißt es beispielsweise auf dem Plakat, das am Duderstädter Caritas-Centrum am Schützenring prangt. Es zeigt einen Biochemiker mit Glasknochen, der im Rollstuhl sitzt. „Ich mag keine Volksmusik“, heißt es auf einem anderen Plakat mit einem blinden Musiker. „Der Mensch steht im Vordergrund, nicht die Behinderung“, betont Caritas-Mitarbeiterin Martina Hesse.

In Duderstadt sind Menschen mit Behinderung schon lange selbstverständlicher Teil des täglichen Lebens. Hier gibt es ein Netzwerk, das vom Orthopädie-Weltmarktführer Otto Bock über die Lebenshilfe und die Bemühungen der Stadtverwaltung um eine barrierefreie Stadt bis zur Tagesstätte St. Raphael und zum Wohnheim der Harz-Weser-Werkstätten und nicht zuletzt der Caritas selbst reicht. Diese Verbindung sorge in Duderstadt für eine andere Wahrnehmung und ein anderes Selbstverständnis, räumt Achim Schulze ein, Leiter der sozialen Dienste beim Caritasverband für Stadt und Landkreis Göttingen. Das heiße aber nicht, dass es hier nicht nötig wäre, das Thema in den Fokus zu rücken – auch wegen der mit der Caritas-Kampagne verbundenen sozialpolitischen Forderungen. Dazu gehört unter anderem die so genannte Inklusion, die frühestmögliche Integration schon im Vorschul- und Schulbereich, das gemeinsame Lernen von Anfang an.

Trotz aller Fortschritte und Antidiskriminierungsgesetz gebe es immer noch erhebliche Defizite, betont Schulze: „Oftmals können Behinderte nicht eigenständig entscheiden, was sie wollen.“ Auch Hesse berichtet von nach wie vor mangelnder Akzeptanz, Stigmatisierungen und dem Problem mancher Angehöriger, dass eine Behinderung nicht wahrgenommen werden soll – beispielsweise durch das Abholen mit dem Werkstattbus aus einem Dorf. Vor allem alleinerziehende Mütter mit behinderten Kindern seien oftmals überfordert und würden schnell ins soziale Abseits geraten, merkt Hesse an. Schulze knüpft an und weist auf örtliche Angebote seines Arbeitgebers hin: „Die Caritas-Frühförderung hilft und berät Eltern von Kindern bis zu sechs Jahren, die behindert oder von Behinderung bedroht sind.“

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