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Debbelers backen in der vierten Generation

90-jähriges Jubiläum Debbelers backen in der vierten Generation

Jeden Mittwoch zwischen 8 und 9 Uhr morgens ist bei Debbelers „Brötchen-Happy-Hour“ angesagt. Dann gibt es in der Bäckerei zwei frisch aufgebackene Teiglinge zum Preis von einem, ein Lächeln und ein paar persönliche Worte inklusive. 

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Kosten das „Mövenbrot“: Bäckermeister Karl-Heinz Debbeler und Matthias Heinemann vom Radsportverein Möve.

Quelle: Lüder

„Da schmecken die Brötchen, das kann man sich gar vorstellen“, sagt Karl-Heinz Debbeler lachend. Innovation und vor allem das Zwischenmenschliche – die „Kundenbindung“ in Marketing-Deutsch – ist das Rezept, welches neben dem Handwerk das Familienunternehmen seit 90 Jahren zusammenhält. Am heutigen Sonnabend feiert die Generationen-Bäckerei ihr Jubiläum.

Und weil man „bei Jubiläen den örtlichen Vereinen etwas Gutes tun sollte“, wie Bäckermeister Debbeler Junior meint, gibt es ab heute eben auch das „Mövenbrot“ zu kaufen. 50 Cent pro verkauftem Laib kommen als Spende bei dem Bilshäuser Radsportverein (RV) Möve in die Kasse, ebenso auch der Erlös aus dem Verkauf von Bratwurst, Fassbier, Limonade und Wasser, den der Verein heute ab 10 Uhr startet. Kaffee und Kuchen gibt es umsonst dazu. Für seine „Möven“ hat sich Debbeler, der über 20 Jahre lang Vereinsvorsitzender war, ein ganz besonderes Rezept ausgedacht. Auch „um mal etwas Neues auf den Markt zu werfen“. Ein besonders gaumenfreundliches und lockeres Brot sollte aus den Zutaten Dinkelvollkornmehl, Weizenmehl und Roggenmehl inklusive dem hausgemachten Natursauerteig entstehen. Seine betagtere Kundschaft wird es ihm danken.

Aber eigentlich spreche sich der Dank doch noch immer am deutlichsten dadurch aus, „dass die Kunden wiederkommen“, meint Debbeler. In einer Zeit, in der es immer weniger selbstständige Bäckereien und immer mehr Filialen großer Ketten gibt, keine Selbstverständlichkeit. „Die Kleinen können gegen die Großen nur durch die Nähe zum Kunden und die handwerkliche Fertigkeit bestehen“, sagt der Bäckermeister. „Die großen Firmen produzieren nur noch nach Stückzahl und passen den Teig an ihre Maschinen an.“ Etwas fester müsse der sein, damit die Geräte nicht verklebten. Dies bleibe aber auch nicht ohne Auswirkungen auf Konsistenz und Geschmack.

Etwas anderes als Bäcker zu werden, die Frage habe sich für ihn nie gestellt, erzählt der 52-Jährige Bilshäuser, der seit 1995 den Betrieb von seinem Vater übernommen hat. Das Geschäft führt er mittlerweile in der vierten Generation. Seine Frau Rosi und die 78-jährigen Eltern Heinz und Ursula packen mit an – eine Unterstützung, für die er sehr dankbar ist. Anders sei eine 70- bis 80- Stunden-Woche auch nicht zu schaffen. „Für die meisten ist ja heute eher eine 35-Stunden-Woche inklusive Urlaub normal“, so Debbeler. Die werden seine Kinder Patrick (25) und Sandra (21) auch genießen können, wenn sie als Informatiker und Bürokauffrau arbeiten. Der Knochenjob vom Vater, Großvater, Urgroßvater und Ur-Ur-Großvater erscheint dazu doch vergleichsweise hart und vor allem von riesigen Konkurrenzunternehmen bedroht.

Doch die Debbelers trotzen dem Trend mit Freundlichkeit, „Brötchen-Happy-Hour“ und „Mövenbrot“. Solange die Ladenglocke klingelt, schenken sie so ihrem Heimatdorf Bilshausen ein kleines Stück Individualität.

Von Anna Kleimann

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