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Defizitäre Geburtshilfe vor dem Aus

Duderstädter Krankenhaus St. Martini Defizitäre Geburtshilfe vor dem Aus

Positive und negative Nachrichten hat das Duderstädter Krankenhaus St. Martini gemeldet: Auf der einen Seite bewertete der Krankenhausplanungsausschuss den Antrag auf Investitionsförderung positiv, auf der anderen Seite wird sich das Haus zum 30. Juni von der defizitären Geburtshilfe trennen.

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Bedauern die Schließung der Geburtshilfe: Oberarzt Dr. Marek Maczka, Chefarzt Dr. Gregor Sycz und Schwester Maria, Leiterin der Station für Geburtshilfe (v.l.).

Quelle: Harald Wenzel

Duderstadt. „Die Geburtenzahlen reichen nicht aus, um die Abteilung wirtschaftlich zu führen“, verwies Geschäftsführer Markus Kohlstedde auf das seit Jahren niedrige Niveau der Geburtenrate. Die Schwestern des Vinzenz-Verbundes Hildesheim hätten eine Entscheidung seit Jahren aufgeschoben und von 2004 bis 2014 Defizite in St. Martini in zweistelliger Millionenhöhe ausgeglichen. „Doch die Häuser müssen nun aus eigener Kraft schwarze Zahlen schreiben“, erklärte Kohlstedde. An anderen Standorten, beispielsweise in Salzgitter und Braunschweig, sei es sogar zu Krankenhaus-Schließungen gekommen. Und um in der Geburtshilfe kostendeckend zu arbeiten, seien 550 bis 600 Geburten notwendig. Letztmals wurden nach Angaben von Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) 2004 600 Geburten gemeldet, in den Folgejahren noch 495, 517 und 491. Seit 2008 blieb die Zahl kontinuierlich unter 400. Die Geburtenrate in St. Martini schwanke seit 2010 zwischen 348 (2012) und 285 (2013), so Kohlstedde. Die Hochrechnung für 2016 ergebe 327 Geburten. Jährlich anfallende Verluste in sechsstelliger Höhe könnten mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit des Hauses nicht verantwortet werden.

„Es wird keinen geben, der die Entscheidung zur Schließung begrüßt“, sagte Landtagsabgeordneter Lothar Koch (CDU), der mit Nolte die gute Nachricht der niedersächsischen Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) zur Investitionsförderung von zehn Millionen Euro für den Bettenausbau überbrachte.

Spätestens zum Renteneintritt von Chefarzt Dr. Gregor Sycz im Februar 2019 wäre ein Fortbestand kaum möglich gewesen. „Die Entscheidung wurde nun durch die Vorgabe der Schwestern in Hildesheim 19 Monate vorgezogen“, sagte Kohlstedde. Die Mitarbeiter seien informiert worden. Allen angestellten Mitarbeitern sei eine Weiterbeschäftigung unter gleichen Rahmenbedingungen angeboten worden, sagte Kohlstedde. „Mit den beiden Fachärzten sind wir im Gespräch.“ Und auch die Gynäkologie bleibe als Abteilung in St. Martini erhalten.

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