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Demografischer Wandel als „Riesenchance“

Zukunft der Kirchen Demografischer Wandel als „Riesenchance“

„Demografischer Wandel bietet die Riesenchance, endlich die Kirche zu verwirklichen, die Gott sich wünscht“, meint Propst Bernd Galluschke. In der Kundenhalle der Sparkasse Duderstadt blicken bei einer Veranstaltung zum Thema am vergangenen Freitagabend 70 Menschen den Geistlichen erstaunt an.

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Beitrag vom Podium: Alexandra Engel will Jugendliche in die Kirchenarbeit einbinden.

Quelle: Walliser

Duderstadt . Galluschke schwebt eine Freiwilligenkirche vor, wo die kleiner werdende Zahl der hauptamtlichen Gemeindemitglieder dabei unterstützt wird, sich mit ihren Gaben, Stärken und Wünschen einzubringen. Den Ehrenamtlichen sollten keine Ämter aufgeschwatzt werden, stellt der Propst klar. Die Christen dürften das tun, was ihnen ein Herzensanliegen sei.

Wenn Galluschke etwas nervt, dann ist es die „Graulöckchen-Fraktion“, die traurig beieinander hockt, darüber lamentiert, dass doch früher alles besser gewesen sei und im übrigen mehr Einsatz vom Pfarrer einfordert. Diese Einstellung stört auch den Herzberger Superintendenten Volkmar Keil. Er wolle auf keinen Fall zurück in eine Zeit, in der die Menschen nicht darüber entscheiden konnten, ob sie Kinder haben oder nicht, sagt er. Viele machten sich gar nicht klar, wieviel seelisches Leid ungewollte Kinder tragen würden. Auch sei es ein Segen, dass heute Frauen, die das wollten, einer bezahlten Arbeit nachgehen könnten.

Der Superintendent: „Demographischen Wandel hat es immer gegeben.“ Früher hätten Kriege oder Epidemien die Alterszusammensetzung der Bevölkerung durcheinander gewürfelt. So stehe jede Generation vor demographischen Herausforderungen, die es zu lösen gelte. Dazu regt Keil eine größere Zusammenarbeit der Kirchen an: „Wir müssen nicht alles doppelt machen.“ Die Kirchen mit ihren internationalen Netzwerken könnten auch der Gesellschaft helfen. So ließe sich Mangel an Auszubildenden sowie an Pflegekräften durch eine „gestaltete Einwanderung“ aus christlichen Ländern beheben.

Alexandra Engel von der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kultur aus Holzminden lenkt den Blick auf die Jugendlichen. Im Ablösungsprozess vom Elternhaus suchten sie Räume, wo sie sich mit ihren Interessen und Stärken einbringen könnten. Dort müssten Christen Angebote machen. Wichtig sei auch, Frauen ernst zu nehmen, anderenfalls blieben sie eines Tages weg. Engels Mitarbeiterin Sandra Heidrich betont, dass zurückgehende Kirchenmitgliedszahlen nicht als religiöses Desinteresse missverstanden werden dürften.

Sie macht zudem auf Erhebungen aufmerksam, wonach sich eine nicht unbedeutende Zahl von Kirchenmitgliedern als „nicht religiös“ einstuft. Die Veranstaltung wurde von der Evangelischen Erwachsenenbildung Südniedersachsen und dem Katholischen Bildungswerk Untereichsfeld ausgerichtet worden.

Von Michael Caspar

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