Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
„Der Gedanke daran ist schon beängstigend“

Geteilte Meinung zur Organspende „Der Gedanke daran ist schon beängstigend“

Ein neues Transplantationsgesetz ist am gestrigen Donnerstag in Deutschland in Kraft getreten. Alle Krankenkassen müssen ihre Mitglieder schriftlich bitten, sich für oder gegen die Spende von Organen auszusprechen. Ob die vom Bundestag verabschiedete Informationskampagne allerdings in Zeiten der Organspende-Skandale zu dem gewünschten Ergebnis führt, bleibt dahingestellt.

Voriger Artikel
„Verlernt, mit Toten und Trauernden umzugehen“
Nächster Artikel
Mutter Natur und Fachwissen entscheiden

Seit Donnerstag ist das Organspendegesetz in Kraft: Die Krankenversicherungen informieren und verschicken Ausweise.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Eine um ein Vielfaches höhere Spenderquote wäre nötig, um den Bedarf an Zweitnieren, -lebern und -herzen zu decken. Eine Tageblatt-Umfrage ergab kontroverse Einstellungen zum Thema. „Der Gedanke daran, dass man aufgeschnibbelt wird, ist schon beängstigend“, erzählt die Obernfelderin Bianca Röhse. Wer entscheiden wolle, ob man als Spender in Frage kommen möge, der müsse sich ja schließlich ganz bewusst mit dem eigenen Tod auseinandersetzen. Daher habe sich die 38-Jährige in das Thema Organspende noch gar nicht so „reingedacht“. „Ich wollte eigentlich noch ein bisschen leben“, schmunzelt Röhse.

Röhse

Röhse

Quelle:

Die Organspende sei zwar „eine gute Sache“, aber dass ihre Organe verkauft und mit ihnen „Geschäfte gemacht“ würden, das wolle sie auf jeden Fall verhindern. Röhse möchte daher in Ruhe über ihre Entscheidung nachdenken.

Germeshausen

Germeshausen

Quelle:

Nicht spenden will Gerhard Germeshausen aus Duderstadt. Der 73-Jährige meint: „Das bezieht sich ja auf die alte Frage: Wann ist man eigentlich tot?“ Grundsätzlich gilt, dass nur Organe von Hirntoten überhaupt transplantiert werden können, weil sie zum Zeitpunkt der Entnahme noch durchblutet sein müssen. Germeshausen befürchtet, dass ein positiv ausgefüllter Organspendeausweis die Wahrscheinlichkeit der Diagnose eines solchen Zustandes vielleicht beeinflussen könnte.

Richter

Richter

Quelle:

Auseinandergesetzt hat sich der Duderstädter aber schon länger mit dem Thema und sogar eine Informationsveranstaltung des Kolpingvereins besucht. Dort sei er aber zu dem Schluss gekommen, dass die Entscheidung über den endgültigen Tod eines Menschen noch nicht eindeutig genug definiert sei.

„Auf jeden Fall“ spenden möchte Martin Richter aus Tiftlingerode. „Es gibt immer noch viel zu wenige, die das machen“, meint der 49-Jährige. Die Kampagne halte er für eine gute und wichtige Idee, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Wenn er den Spendenausweis erhalte, werde er sofort unterzeichnen. Vertrauen in die Ärzte habe er dafür genug. „Schwarze Schafe gibt es überall, aber das hat mit der Sache nichts zu tun.“

Ramadani

Ramadani

Quelle:

Ebenfalls „anderen helfen“ will Agim Ramadani aus Duderstadt. Was er über den Organspende-Skandal in Göttingen gehört habe, sei „eine Katastrophe“, aber dem nächsten einen Dienst zu erweisen, sei für ihn eine Selbstverständlichkeit, so der 38-Jährige.

Ghazi

Ghazi

Quelle:

Eine Einschränkung will die 17-jährige Brehmestädterin Tamara Ghazi machen. Nur für ihre Familie würde sie spenden. Grundsätzlich sei sie dafür nicht bereit. „Das ist die persönliche Angelegenheit eines jeden. Man muss auch das Recht haben, sich dagegen zu entscheiden.“ Im Hinblick auf die Informationskampagne meint sie, dass potenzielle Spender eher abgeschreckt würden, wenn man sie so zu einer Entscheidung dränge.

Von Anna Kleimann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Staatsanwalt prüft

Im Göttinger Organspende-Skandal gibt es möglicherweise mehr Fälle als bisher angenommen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte am Sonntag einen Bericht des Magazins „Der Spiegel“, wonach es bei rund 60 Transplantationen Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll.

mehr
Anzeigenspezial

Informieren Sie sich über das aktuelle Fußballgeschehen in Göttingen und aller Welt.  mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt