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Keine ausreichenden Wetterinfos

Bericht zu Ballon-Notlandungen im Sommer 2011 Keine ausreichenden Wetterinfos

Ein Start ohne ausreichende Wetterinformationen, dazu ein nicht flugberechtigter Ballonführer: Zu dem schweren Flugunfall im Sommer 2011 bei Adelebsen haben schwere Fehler des Heißluftballon-Betreibers beigetragen. Das hat jetzt die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in ihrem Abschlussbericht festgestellt.

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Der Ballon-Korb nach der Notlandung im August 2011 - mehrere Passagiere wurden damals zum Teil schwer verletzt.

Quelle: Archiv

Adelebsen/Braunschweig. Drei Ballone waren am 26. August 2011 um 18 Uhr von einem Feld bei Güntersen aufgestiegen. Gegen 18.30 Uhr, nach etwa fünf Kilometern Flugweg und einige hundert Meter westlich von Adelebsen, informierte der Führer des ersten Ballons seine Kollegen über aufkommendes Schlechtwetter. Er hatte bemerkt, dass sich mehrere Windräder deutlich schneller drehten und eine andere Windrichtung aufwiesen.

Man entschloss sich zur Notlandung. Die jedoch misslang: Nahe am Boden wurden die Ballons von Böen erfasst, einige der Insassen im Alter von 15 bis 62 Jahren aus den Körben geschleudert. 17 Menschen wurden verletzt, acht davon schwer.

Knapp sechs Jahre nach dem Unglück hat die Braunschweiger Bundesstelle jetzt ihren 21-seitigen Untersuchungsbericht vorgelegt. Mit einer ordnungsgemäßen Wetterinformation, meint die Behörde, hätte der Unfall vermieden werden können. Zwar hätten sich die Piloten „umfassend mit dem Wetter beschäftigt“ und seien über das zu erwartende Schlechtwettergebiet informiert worden. Die „enorme Gefahr“ von möglichen starken Windböen mit bis zu 50 Knoten „hätte die Piloten dazu anhalten müssen, die bereits vereinbarte und empfohlene telefonische Wetterberatung kurz vor dem Start einzuholen“.

Das aber geschah nicht, die Ballons starteten dennoch. Dazu habe der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seinem Gutachten für die Bundesstelle festgestellt, „ dass eine weitere Beratung um 17.30 Uhr mit hoher Wahrscheinlichkeit den Hinweis auf die Böenlinie zwischen Kassel und Göttingen beinhaltet hätte“, heißt es in dem Untersuchungsbericht.

Ein weiteres Problem, das die Bundesstelle anführt: Einer der Piloten sei gar nicht berechtigt gewesen, einen Ballon zu führen. Damit nicht genug: In der Firma sei der Geschäftsführer auch gleichzeitig Fahrbetriebsleiter und technischer Betriebsleiter gewesen. Damit habe es „keine interne Kontrolle und Überwachung im Sinne der Qualitätssicherung und im Sinne der Flugsicherheit“ gegeben.

Der Fahrbetriebsleiter hätte den Fahrauftrag an den Pilotendes ersten Ballons wegen fehlender Berechtigungen nicht erteilen dürfen. Und schließlich habe die zuständige Aufsichtsbehörde vor dem Unfall eine flugbetriebliche und technische Kontrolle zuletzt im März 2000 vorgenommen und das Unternehmen damit viel zu lange unkontrolliert gelassen.

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