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Kunst für eine attraktivere Jugendarbeit

Graffiti-Workshop Kunst für eine attraktivere Jugendarbeit

Bunt ist es im Skater-Park Adelebsen geworden. Bei dem von „Respekt für Vielfalt“ und der „Aufsuchenden Jugendarbeit“ in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbüro Adelebsen organisierten Nachmittag konnten sich Jugendliche am Sonntag als Graffitikünstler versuchen.

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Schön bunte Graffiti-Kunstwerke entstehen.

Quelle: Niklas Richter

Adelebsen. Das Besondere: Nicht irgendwelche Wände, sondern zwischen Bäumen gespannte Folien dienten ihnen als Leinwände. „Wir wollten einen Raum schaffen, wo Leute das Graffiti-Sprayen einfach ausprobieren können, ohne dass es illegal ist“, erklärte Moritz Keppler vom Modellprojekt „Respekt für Vielfalt“, kurz ReVi, die Wahl des ungewöhnlichen Untergrundes. Extra fürs Sprayen ausgezeichnete Flächen sind in Adelebsen nämlich nicht zu finden.

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Bunt ist es im Skater-Park Adelebsen geworden. Bei dem von „Respekt für Vielfalt“ und der „Aufsuchenden Jugendarbeit“ in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbüro Adelebsen organisierten Nachmittag konnten sich Jugendliche am Sonntag als Graffitikünstler versuchen.

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Bei ihren ersten eigenen Graffiti wurden die Jugendlichen von Stefan Wacker unterstützt. Wacker, der Soziale Arbeit in Kassel studiert und selbst das Graffiti-Sprayen zu seinen Hobbys zählt, hat schon mehrere solcher Projekte mit Jugendlichen organisiert. Auch bei der ersten von ReVi veranstalteten Spray-Aktion in Hann Münden war er dabei. „Ich fand es eine sehr coole Idee, und bei den Jugendlichen kam es gut an“, sagte Wacker, der den Jugendlichen mit künstlerischen Ratschlägen zur Seite stand. Insgesamt sei das bereits der zweite gemeinsame Graffiti-Workshop im Landkreis Göttingen. Es sei eine schöne Art und Weise, ein bisschen Kunst auszuleben, erklärte er. Angst davor, dass die Jugendlichen dadurch auch illegal anfangen könnten, zu sprayen, hat Wacker nicht. „Ich erkläre ihnen immer, dass es illegal ist, an Hauswänden zu malen, die nicht ausgewiesen sind.“ Es sei besser, dass sie in einem legalen Rahmen sprühen könnten und nicht einfach auf eigene Faust losziehen würden. „Man kann Kinder damit begeistern, dass sie es mal selbst ausprobieren können“, so Wacker.

Mit Jugendlichen in Kontakt kommen

Dem kann auch Keppler zustimmen: „Unter Jugendlichen hat Graffiti einen großen Coolnessfaktor.“ Und das sei ausschlaggebend für dieses Projekt gewesen. „Wir wollten eine jugendgerechte Aktion machen und irgendwas, was Jugendkultur anspricht und attraktiv für Jugendliche ist.“ Das sei auf dem Land nicht so oft gegeben. Man höre oft von Jugendlichen, dass die Angebote und Strukturen ab einem gewissen Alter nicht mehr attraktiv seien, berichtete Keppler. Der Nachmittag sollte auch dazu dienen, um mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen und sie nach ihren Wünschen zu fragen. „Uns interessiert, was junge Menschen in Adelebsen in ihrer Freizeit machen. Wie viele Jugendliche sind hier unterwegs? Wo halten sie sich auf?“

„Außerdem wollen wir zeigen, dass Jugendarbeit cool ist“, fügte Sonja Schrader von der „Aufsuchenden Jugendarbeit“ hinzu. Als mobiler Jugendarbeiter sei es immer schwierig, ein Angebot zu finden, das auch für die Jugendlichen attraktiv sei, erklärte Keppler. Zusätzlich zu den Folien wurde deshalb auch eine Slagline gespannt.

„Ziemlich coole“ Aktion

Einer der Jugendlichen, die das Angebot nutzten, war Joris. Mit Mundschutz im Gesicht sprühte der Junge seinen Namen in bunten Buchstaben auf eine der Folienwände. Die Aktion sei ziemlich cool, erzählte er. Er würde auch bei anderen Veranstaltungen wieder mitmachen. Dann machte er sich daran, seinen Namen mit viel Präzision schwarz zu umranden. Hinter ihm stand sein Vater. Er finde die Aktion gut. „Wenn die Kinder Spaß dran haben, warum nicht?“

Von Verena Pauer

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