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Vom Holzroller bis Basaltstein

Heimatstube Barterode Vom Holzroller bis Basaltstein

In einer großen Scheune hat der Heimatverein seit über 30 Jahren Fotografien, Schriftstücke und Dinge des Dorflebens gesammelt. Über Frühjahr und Sommer einmal im Monat und nach Anmeldung für spezielle Führungen öffnet die Barteroder Heimatstube ihre Türen.

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Wäschestücke aus alten Zeiten.

Quelle: Foto: Böhm

Barterode. Gleich am Anfang stößt der Besucher auf Erinnerungsstücke aus der Zeit des Basaltabbaus auf der Grefenburg. Lorenwagen stehen hier, Steinhauerwerkzeug und als Beispiele die verschieden klein gehauenen Steine. Seit den 1870er Jahren wurde die Bergkuppe der Grefenburg zu einem modernen Basaltsteinbruch ausgebaut. Bis in die 1960er Jahre hinein wurde dort im Steinbruch noch gearbeitet. „Ich hab da als Kind noch Essen hochgebracht“, erinnert sich Marion Thomas vom Heimatverein.

Einen Raum weiter sind Geräte aus der Landwirtschaft aufgebaut, Sensen, Hacken, Pferdegeschirr, auch Stellmacherwerkzeug, eine Schuhmacherwerkstatt. Handsägen zeigt Heinrich Jakobi, ebenfalls aktiv im Heimatverein. Und die erste Motorsäge. „Die konnte man nur zu zweit halten, so schwer war die“, sagt er. Die Wände zieren Fotografien aus dem Dorfleben, viele aus der Zeit zwischen den Weltkriegen, manches auch älter: Bauern mit ihrem Pferd, das Spritzenhaus, eine Bäuerin beim Melken. An manche kann sich Heinrich Jakobi noch erinnern.

Im Obergeschoss finden sich Küchenutensilien aus den vergangenen 150 Jahren, Schlachtegeräte, eine alte Wäschemangel, Theke, Wagen, Behälter aus einem Lebensmitteladen. „Den zeig ich immer besonders gern“, erklärt Elsbeth Robrecht-Krause und zeigt auf einen Blechbehälter mit dem Aufdruck „Klippps Kaffee“. Die schriftliche Anweisung in der Tür hat es ihr angetan. Altdeutsch geschrieben steht dort die Aufforderung immer erst den Kaffee aus der oberen Etage zu verkaufen. Damit nicht aus Versehen Kaffee zu lange stand und alt wurde, so die Barteröderin.

Die Mitglieder des Heimatvereins übernehmen die Führungen durch die Heimatstube, sobald es warm genug ist einmal im Monat Sonntags. Und auf Anfrage auch gern für Schulklassen, Kindergruppen und Interessierte. Robrecht-Krause ist oft dabei. Sie überlege, wie sie die Führungen noch attraktiver machen könne, erzählt sie. Sonderführungen auf plattdeutsch hat es schon gegeben. „Das sollten wir öfter machen!“ Am Tag des offenen Denkmals wird die Heimatstube immer geöffnet und die Mitglieder des Vereins erstellen eine Sonderausstellung. Die Sonderausstellung „Wiegen und messen“ ist immer noch zu sehen. 13 Hefte zur Dorfgeschichte unter dem Titel „Zwischen Ossenberg und Grefenburg“ hat der Heimatverein inzwischen veröffentlicht. Auszüge daraus hängen oft neben den Ausstellungstücken.

Der Rundgang geht weiter durch eine Abteilung, die erklärt wie Getreide gedroschen wurde, ein großer alter Webstuhl steht nebenan, ein Spinnrad. Vorbei an Holzrollern und Schulbänken geht es zu der alten Einrichtung des Friseurs in Barterode. Eine stattliche alte Holztheke mit Spiegeln, darüber baumelt eine rundliche Haarschneidemaschine. „Unter der hab ich als Kind noch gesessen“, so Jakobi.

Und auch wenn die Heimatstube jetzt erstmal für die Winterpause schließt, Termine können noch vereinbart werden. Anfragen an Elsbeth Robrecht-Krause unter Telefon 05506/456 oder bei Fritz Schmidt unter Telefon 0 55 06 / 4 52.

Von Christiane Böhm

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