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Harte Fragen zu weichem Wasser

Bovenden Harte Fragen zu weichem Wasser

Fragen zur Qualität von Talsperrenwasser, zur Versorgungssicherheit und zu den Bovender Wasserschutzgebieten sind am Montagabend im Spanbecker DGH gestellt worden. 60 Bürger informierten sich über den möglichen Bezug von weichem Wasser aus Göttingen.

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Hochbehälter am Osterberg in Bovenden.

Quelle: Peter Heller

Spanbeck. Mit 20 bis 24 Grad deutscher Härte gilt das Wasser, das die Gemeindewerke Bovenden aus drei eigenen Brunnen und einer Quelle fördern, als hart. Doch der Bezug von Wasser der Stadtwerke Göttingen, das einen Härtegrad von sechs bis sieben hat, fand in Spanbeck nicht ungeteilte Zustimmung. Eine Stunde lang befragten die Bürger Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) sowie Mitarbeiter der Gemeindewerke.

Soll Bovenden seine eigene Wasserversorgung aufgeben und sich von Göttingen abhängig machen? Das beschäftigte viele Fragesteller. „Wir wollen die Pumpen betriebsbereit halten, damit wir uns im Notfall selbst versorgen können“, kündigte der Geschäftsführer der Gemeindewerke, Frank Berlin, an. Daher würden die Wasserrechte, die 2028 und 2033 ausliefen, zum gegebenen Zeitpunkt beim Landkreis Göttingen verlängert, ergänzte der Bürgermeister.

Spezielle Anlagen zur Wasserenthärtung

Der Aufwand, der derzeit um die Bovender Wasserschutzgebiete betrieben werde, stehe bei einem Wechsel allerdings auf dem Prüfstand, erklärte der technische Leiter der Gemeindewerke, Thorsten Buschjost, auf Nachfrage. Bürger folgerten aus möglichen Abstrichen beim Wasserschutz auf eine sich langfristig verschlechternde Qualität des geförderten Wassers. Eine Rückkehr zur eigenen Wasserversorgung könnte daher mit den Jahren immer schwieriger werden, hieß es.

Die Hälfte der Spanbecker enthärteten ihr Wasser mit speziellen Anlagen, hieß es während der Diskussion. Sie hätten daher keine Probleme mit dem vielen Kalk. Die Kosten für den Betrieb der Enthärtungsanlagen seien überschaubar. Einige erklärten allerdings, dass sie der leichte Salzgeschmack enthärteten Wassers störe. Ein paar Spanbecker lobten den guten Geschmack des mineralreichen Bovender Wassers.

„Das Göttinger Wasser stammt zu 80 Prozent aus der Sösetalsperre im Harz“, sagte der Bürgermeister. Oberflächenwasser, so ein Bürger, sei eher verunreinigt als Wasser aus der Tiefe. Das Bovender Brunnenwasser sei 30 Jahre durch Gesteinsschichten hindurchgesickert, bis es den Grundwasserspiegel erreiche. Es sei sehr rein. Das Göttinger Wasser, stellte Buschjost von den Gemeindewerken jedoch klar, erfülle alle gesetzlichen Anforderungen.

Diskussion über Versorgungssicherheit

Für Erstaunen sorgte die Information, dass die Hildesheimer Harzwasserwerke Bovenden kein Angebot gemacht hätten. Wenn das Unternehmen kein Wasser anzubieten habe, wie sei es dann um die Versorgungssicherheit bestellt, erkundigte sich ein Bürger. Die Göttinger, erklärte Brandes, hätten die Abnahme einer so großen Wassermenge vereinbart, dass sie Bovenden künftig mitversorgen könnten. Wenn Göttingen zu viel Wasser gekauft habe, sollte die Stadt dem Flecken Bovenden einen Preisnachlass gewähren, forderten Bürger.

Tatsächlich kalkulieren die Gemeindewerke jedoch damit, dass ein Durchschnittshaushalt nach einem Wechsel im Jahr 50 Euro mehr zahlen muss. Auf die Gemeindewerke, so Geschäftsführer Berlin, kämen Zusatzkosten in Höhe von 250.000 zu, die sie umlegen würden. Das Geld, das die Bürger mehr zahlen müssten, sparten sie aber durch einen geringeren Verbrauch an Waschmitteln sowie aufgrund weniger Kalkschäden wieder ein, versicherte Buschjost.

Von Michael Caspar

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